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Erfolgreich: Oktoberfest Ludweiler
Das Oktoberfest war rund — und beliebt

Eindrucksvolle Bilder schufen die Musikgruppen, die die Ludweiler Brass-Band am Sonntag bei ihrem Festumzug zu Gast hatte. Hier zieht gerade der Musikverein Oggersheim durch die Ludweiler Straßen.
Eindrucksvolle Bilder schufen die Musikgruppen, die die Ludweiler Brass-Band am Sonntag bei ihrem Festumzug zu Gast hatte. Hier zieht gerade der Musikverein Oggersheim durch die Ludweiler Straßen. FOTO: BeckerBredel
Ludweiler. Die Ludweiler Brassband hat ganze Arbeit geleistet. Das Fest, das sie organisierte, war drei Tage lang ein Publikumsmagnet. Von Andreas Lang

Mit allerhand Tamtam in der Völklinger Straße läuteten nacheinander sechs marschierende Kapellen am Sonntagnachmittag das Finale des Völklinger Oktoberfestes auf dem Friedrich-Ebert-Platz in Ludweiler ein. Der Fanfarenzug Brassband Ludweiler hat dort fast die ganze Woche über unzählige Ehrenamtliche aus dem Verein mobilisiert, um das dreitägige Volksfest zu einem Erfolg zu machen.


Der Musikverein Oggersheim macht beim Umzug den Anfang. Auf wenigen hundert Metern Marschstrecke unterhalten die Musiker das Publikum zwischen den beiden Einkaufsmärkten. Ein Großteil der Zuschauer hat sich wie immer vor dem Festzelt versammelt. Dort halten auch die Musiker noch einmal auf der Stelle marschierend inne, ehe sie ihr jeweiliges Sahnestück anstimmen. „Narcotic“ von Liquido ist es bei den Oggersheimern mit den grünen Hemden.

Ihnen folgt der moderne Musikzug Amorbach, der durch blau-schwarze Uniformen auffällt, den Festuniformen der Bergleute nachempfunden.  Die Musikanten des Musikvereins Nordenstadt sind wie gewohnt in Blau-Orange unterwegs. In traditioneller Landknechtstracht spielt die Schlossgarde Alzey auf. „Mit der Schlossgarde verbindet uns eine lange Freundschaft. So oft es geht, besuchen wir uns gegenseitig bei unseren Festen“, sagt Patrick Topp, Brassband-Musiker und Moderator des kompakten Umzugs.



In bunten Sambahemden sind die Mainzer Musiker der Show- und Marchingband Jocusgarde Mainz-Kastel zu bestaunen. Während sie in einstudierten Formationen vor der Hugenottenkirche kreuzen, beweisen sie, dass die Fanfarenzüge sich nicht scheuen, moderne Literatur in Blechbläserart zu interpretieren. „No Roots“ spielen sie – einen Titel aus den aktuellen Hitparaden.

Eine Prise Tradition zeigt der Bergsträßer Spielmanns- und Fanfarenzug Bensheim. Zwar hat es nur die Hälfte der eigentlichen Mannschaft nach Ludweiler geschafft, im Dutzend klingt die von der Piccoloflöte dominierte Musik aber noch immer mitreißend, so dass sich am Wegesrand viele von der guten Laune anstecken lassen. Auch Völklingens Oberbürgermeisterin Christiane Blatt, die den Umzug gemeinsam mit  Laurent Kalinowski, dem Bürgermeister der Völklinger Partnerstadt Forbach, beobachtet. Gerne nehmen sie auch die Einladung des Moderators an: „Besuchen Sie uns auch im Festzelt, wo unsere Gastvereine gleich noch ein Konzert geben.“ Das beginnt mit der Jugendband der Gastgeber, die bereits ihrem Auftritt entgegen fiebert, während sich das Zelt zusehends füllt.

So, wie es das ganze Wochenende über war – Michael Heintz, der Vorsitzende, berichtet: „Freitag, Samstag und Sonntag gut besucht und jedes Mal tolle Stimmung.“ Und genauso wichtig: Kein Ärger auf dem Festplatz selbst. Ein paar hundert Meter weiter habe zwar die Polizei am Samstag einen Streit schlichten müssen, rund um das Zelt sei aber alles friedlich geblieben.

Was motiviert, im kommenden Jahr ein weiteres Völklinger Oktoberfest folgen zu lassen. Zwar falle es immer schwerer, ausreichend Ehrenamtliche aus dem Verein aufzubieten. Dennoch meint Heintz: „Wenn man aber an den Abenden so viele gut gelaunte Leute im Zelt sieht, von denen viele in Oktoberfesttracht kommen und tolle Stimmung erzeugen, dann gibt es keinen Zweifel, das noch einmal zu wagen.“

Zum Abschluss wird dann sowohl der Brassbandverein als auch sein Förderverein noch einmal so richtig gefordert. Zunächst hat das vom Vize-Vorsitzenden Eric Eichten dirigierte  Vorzeigeorchester noch das Abschlusskonzert zu meistern. Und dann gilt es, montags mit vereinter Kraft das Zelt auszuräumen und für den Abbau vorzubereiten. Den Abbau selbst übernehme dann zwar die Verleihfirma. Beginnend mit dem Aufbau am vergangenen Dienstag (wir berichteten) hat der Ludweiler Verein aber einmal mehr eine Riesenleistung gestemmt. Mit dem Zuschauerzuspruch seien die Veranstalter sehr zufrieden, wie Heintz sagt: Alleine am Samstag waren gut 1800 Gäste im Zelt gewesen.

Vergnügte Mienen unter Landsknechtsmützen: der Fanfarenzug Schlossgarde Alzey.
Vergnügte Mienen unter Landsknechtsmützen: der Fanfarenzug Schlossgarde Alzey. FOTO: BeckerBredel
Die Auftrittskleidung passt zum Namen: Die Jocus Garde aus Mainz-Kastel spielt in knallbunt gestreiften Sambahemden.
Die Auftrittskleidung passt zum Namen: Die Jocus Garde aus Mainz-Kastel spielt in knallbunt gestreiften Sambahemden. FOTO: BeckerBredel