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Altes Bürgermeisteramt gestürmt
Ludweiler Narren gewinnen Rededuell

Prinzessin Isabel und Prinz Marc haben mit Ortsvorsteherin Christiane Blatt (rechts) die Schlüssel getauscht und den Ortsrat in Ketten gelegt.
Prinzessin Isabel und Prinz Marc haben mit Ortsvorsteherin Christiane Blatt (rechts) die Schlüssel getauscht und den Ortsrat in Ketten gelegt. FOTO: Andreas Lang
Ludweiler. Sie wollen ganz schnell eine Straßen-Dauerbaustelle asphaltieren. Da ist die Ortsvorsteherin wirklich platt. Von Andreas Lang

Verblüffend einfach sind die Ideen, mit denen der Narr manch hartnäckigem Problem zu Leibe rückt. Das bewiesen die Jecken des Karnevalsvereins Die Beele‘s, die schon  zum Auftakt der tollen Tage in Richtung Bürgermeisteramt ziehen, um Ortsvorsteherin Christiane Blatt ihres Amtes zu entheben. So auch am Freitagnachmittag, als das bestens bekannte Vereinslied das Kommen der Beele‘s ankündigte – und sowohl der versammelte Ortsrat als auch die Noch-Vorsteherin mit festen Stimmen und absolut textsicher einstimmten.


Da es Ortsvorsteherin Blatt ja sowieso in absehbarer Zeit ins Völklinger Rathaus zieht, wo sie als Oberbürgermeisterin die Geschicke der ganzen Stadt lenken soll, müsste es doch dieses Mal einfach sein, den begehrten Schlüssel für das Bürgermeisteramt einzusacken, dachten sich die vom Prinzenpaar Marc I. Und Isabell I. angeführten Karnevalisten: „Kumm, gebb uns de Schlüssel her, du brauchschd ne jo eh nimmer! Du wirschd jo bald was Besseres sinn, als Völklinger Oberbürgermeisterin. Loschd unser scheenes Ludweiler im Stich, awwer die Beeles hann jo dofia mich.“

Doch die Ortsvorsteherin will noch nicht weg: „Mei scheenes Büro hie is dann für mich weg, dann sitz ich nimmee um die Eck! Mir fehlt doch was, wenn ich nit kann regiere, aach muss ich noch räume, de Amtschimmel füttere unn mei Umzug organisiere.“ Doch die sturmerprobten Faasebooze haben einen überzeugenden Trumpf parat: „De Rathausschlüssel vom schwarze Klaus.“  Prinz Marc verlockend: „Ich gebb ne dir, ganz ohne Frage, so brauchschde zum Regiere nit bis zum Sommer zu warte. Dann kummt er nimmeh in sei Rathausturm rin, un du richteschd dann schunn mol dei neuer Schreibtisch in. Im Tausch mit dem Schlüssel zum Bürgermeischdaamt wandert er direkt in deine Hand.“



Blatt versucht zu widerstehen, indem sie die Beele’s mit einer kniffligen Aufgabe bedenkt: „De Schlüssel will ich euch iwwalasse, wenn ihr es schafft und zwar ganz schnell, die Strooß neu zu asphaltieren und zwar in Richtung Werwelner Dell.“

Was die Verwaltung scheinbar unsäglich lange beschäftigt – für die Karnevalisten offenbar ein Klacks – wie eingangs beschrieben: Kenn Problem, dass krien mir hin, die Lösung hann mir schunn parat: „Am Umzug schmeiße mir soviel Konfetti, do wird die Strooß ach widder grad.“ Das mag zwar kaum bis Aschermittwoch halten, aber dann ist die närrische Regentschaft ja auch schon wieder vorbei.