Lorig hält an Fischzucht fest

Völklingen. Der angekündigte Termin des Baubeginns im Herbst 2008 ist verstrichen. Doch Klaus Lorig, Völklinger Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, hält am Bau der Meeresfischzuchtanlage auf dem früheren Kokereigelände in Fürstenhausen fest. Durch das anhaltend schlechte Wetter sei die Erschließung des Geländes in Verzug geraten, so Lorig in einem SZ-Gespräch

Völklingen. Der angekündigte Termin des Baubeginns im Herbst 2008 ist verstrichen. Doch Klaus Lorig, Völklinger Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, hält am Bau der Meeresfischzuchtanlage auf dem früheren Kokereigelände in Fürstenhausen fest. Durch das anhaltend schlechte Wetter sei die Erschließung des Geländes in Verzug geraten, so Lorig in einem SZ-Gespräch. Doch sobald diese beendet sei, werde umgehend der symbolische erste Spatenstich vollzogen. Nachdem die Finanzierung mit der Kreditzusage einer "großen saarländischen Bank" (nach SZ-Informationen geht es um die Saar LB) gesichert sei.Rund 15 Millionen Euro müssen laut Lorig vorfinanziert werden, bis die ersten Fische aus Fürstenhausen verkauft werden können und damit Gewinn abwerfen. Dies sollte ursprünglich im Jahr 2010 sein. Die reinen Baukosten seien auf 12,5 Millionen Euro anzusetzen. Der Eigenanteil der Völklinger Stadtwerke liege "definitiv" bei fünf Millionen Euro. Lorig: "Dieses Risiko ist überschaubar." Die Gewerbeansiedlungsgesellschaft Völklingen, Tochter der Stadtwerke und Partner der Firma IFFT (International Fish Farming Technology) bei dem Projekt, habe auch im Fall eines Bankrotts keine Rückgriffsmöglichkeit auf die Muttergesellschaft Stadtwerke. Die Kreditzusage besagter "großer saarländischer Bank", die zuvor das Projekt zwei Jahre lang geprüft habe, sei auch nicht mit weiter gehenden Sicherheiten und Bürgschaften verbunden.Zunächst ist (wie bisher) eine Anlage mit rund 500 Tonnen Jahresproduktion vorgesehen, in der vorrangig Wolfsbarsch, Dorade und Stör gezüchtet werden. Nach Lorigs Auskunft existiert bereits ein Kooperationsvertrag mit einer deutschen Firma, die bereit sei, "die gesamte Produktion aufzukaufen". Die Technik, die angewandt werden soll, ist nach Meinung Lorigs in einer Referenzanlage der IFFT in Hannover ausreichend erprobt.Energie per BiogasDie Fischzucht soll von einer (ebenfalls noch zu bauenden) benachbarten Biogas-Anlage aus mit Energie versorgt werden. Lorig geht davon aus, dass für den Betrieb dieser Anlage ausreichend Biomüll aus dem Saarland angeliefert wird. Zusätzlich sei im Rahmen eines Forschungsprojektes der Deutschen Stiftung Umwelt in Fürstenhausen eine eigene Halle geplant, in der die weltweit als bedroht geltenden Tiger-Garnelen nachgezüchtet werden. Ansonsten hat laut einem vorliegenden Dokument eine international tätige Organisation namens "Friend of the Sea" dem Kooperationspartner IFFT bescheinigt, dass die Fischzucht den Grundsätzen des Artenschutzes entspreche. Täglich müsse weniger als ein Prozent des Wassers in der Anlage erneuert werden. > Seite C 3: Weiterer Bericht.

Auf einen BlickDie GAV (Gewerbeansiedlungsgesellschaft Völklingen), eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Völklingen Holding GmbH, will in Zusammenarbeit mit der Stadt und der Firma IFFT (International Fish Farming Technology) auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei in Fürstenhausen die Meeresfischzuchtanlage bauen. Der Anteil der IFFT beträgt dabei rund zehn Prozent. er