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Kolumne
Liebe geht durch den Magen

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Wenn zwei wichtige Termine auf einen Tag fallen, dann kann das schon mal für ordentliche Grübeleien sorgen. Doch manchmal ist die Lösung eine ganz andere als zuvor gedacht.

Bei der Jahresplanung und beim Blick in den Kalender ist es mir schon vor Wochen aufgefallen. Aschermittwoch und Valentinstag fallen zusammen. So ein Mist, dachte ich damals. Sie sagen jetzt sicher: Was ist daran so schlimm? O.k., zunächst sind es nur zwei Ereignisse an einem Tag. Für mich bedeutet das aber Stress.



Insofern, als am Aschermittwoch nicht nur alles vorbei ist, sondern auch bekanntermaßen Heringe auf dem Programm stehen. Und bei uns schon seit Jahren, sozusagen traditionell, Heringsessen beim Verein meines Mannes. So weit, so gut. Aber am Valentinstag gehen wir auch gerne essen. Jetzt sagen Sie nicht: Na, ist doch alles prima. Da hat der Mann es doch leicht und kommt noch günstig weg. Schließlich gibt es Heringe mit Pellkartoffeln. Stimmt schon. Aber ich gehe am Valentinstag doch lieber mit meinem Mann alleine (die  Vereinsmitglieder mögen mir verzeihen) essen.

Doch wie so oft im Leben: Es kommt ganz anders als gedacht. Jetzt gibt es nämlich weder Heringe noch ein anderes gemütliches Essen zu zweit. Das Heringsessen fällt wegen mangelnder Nachfrage aus (was natürlich schon schade ist) und das Valentinsmenü zu zweit ebenfalls, da der Ehemann sich auf Dienstreise befindet. Den Stress, den ich mir wegen der Termine gemacht habe, war also völlig umsonst.

Und wer weiß, vielleicht werde ich ja noch nachträglich zum Abendessen eingeladen.