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Leserbrief zum Thema früheres Casino

Leserbrief zum Thema früheres Casino

Vorhaben gleicht Schildbürgerstreich

Zum Artikel "Mit Atemschutz zu Ostermann” (SZ vom 3. September)

Vor mehr als 40 Jahren habe ich mich zum letzten Mal anlässlich meiner Konfirmation im ehemaligen Hüttenkasino befunden, weil die Feier in den dortigen Gesellschaftsräumen ausgerichtet wurde. Bereits damals konnte man die schon etwas verblichene Vornehmheit wahrnehmen, die man immer noch mit der Unternehmerfamilie Röchling verband. Heute ist dieses Gebäude zur Schrottimmobilie verkommen. Für jeden, der schon einmal ältere Bausubstanz renoviert hat, kommt deshalb der Plan, aus dem Casino einen Verwaltungsbau für die Stadt zu machen, einem Schildbürgerstreich gleich. Die meisten Probleme bei solchen Wiederinstandsetzungen ergeben sich nämlich erst, wenn die Arbeit begonnen hat, was eine Kostenkalkulation sehr schwierig macht. Der Aufwand und die Kosten würden sich eher für die Instandsetzung des Rathausturms lohnen, der von seiner Bausubstanz her wohl nicht gefährdet ist. Außerdem würde sein komplizierter Rückbau noch einmal erhebliche Kosten verursachen. Auch die Aufteilung der Stadtverwaltung auf zwei Standorte, wobei einer fast ohne den notwendigen Parkraum auskommen müsste, wäre ein Nachteil.

Eine Wiederbelebung der Rathausstraße wäre natürlich auch wünschenswert, aber ein renoviertes Gebäude neben einem Kaufhaus ohne Fenster und in einer Reihe von Häusern, die mittlerweile schon Ruinen gleichen, macht den Kohl nicht fett. Hier wäre ein Gesamtkonzept notwendig, wofür der Verwaltungsspitze wohl der dafür notwendige Gestaltungswille fehlt. Merkwürdig nur, dass Lorig und seine CDU hier nicht von den anderen Parteien mehr gefordert werden.

Siegfried Molz, Völklingen