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Alte Bäume sollen überleben
Lebensraum für Spechte und Fledermäuse

 Vor Ort (v.l.): Sven Hüther, Bekir Direk (Sparkasse), Klaus Lorig, Försterin Verena Lamy mit Hund Anton und Helmut Harth (NABU).
Vor Ort (v.l.): Sven Hüther, Bekir Direk (Sparkasse), Klaus Lorig, Försterin Verena Lamy mit Hund Anton und Helmut Harth (NABU). FOTO: BeckerBredel
Fürstenhausen. Sparkasse Saarbrücken übernimmt die Patenschaft für 20 stattliche alte Bäume im Völklinger Stadtwald. Von Thomas Annen

Wer ein richtiger Baumpate sein will, der muss sich auch mal die Schuhe schmutzig machen. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) und Stadtförsterin Verena Lamy stapfen Bekir Direk und Sven Hüther von der Sparkasse Saarbrücken durch den matschigen Stadtwald. Hinter der Langwiesstraße in Fürstenhausen ist das erste passende Exemplar schnell gefunden. Die stattliche Eiche, etwa 200 Jahre alt, würde bei einer Vermarktung ordentlich Geld einbringen.



Doch der Baum braucht keine Säge mehr zu fürchten, dank seines Paten darf er stehen bleiben. Bekir Direk, der Leiter des Finanzcenters in der Völklinger City, besteigt die Leiter und nagelt die Plakette an den Stamm. „Wertbaum Nr. 0061“ steht auf dem Schild. Insgesamt übernimmt die Sparkasse Saarbrücken die Patenschaft für 20 Bäume aus dem gut drei Hektar großen Bestand. Der ausgewählte Bereich im Stadtwald bei Fürstenhausen zeichnet sich durch eine naturnahe Bewirtschaftung aus, und dort stehen viele ältere Eichen und Buchen.

Mit seinem Engagement unterstützt das Finanzinstitut die Arbeit des Naturschutzbundes (NABU) Saarland zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Wald. Für jeden Baum spendet der Pate 250 Euro an den Verein; davon werden dann 170 Euro an die Stadt weitergeleitet. Das entspricht etwa dem durchschnittlichen Brennholzwert.

Die 80 Euro, die beim NABU bleiben, helfen der Naturschutzorganisation, ihrer Verpflichtung nachzukommen. Sie garantiert, die Erhaltung der Bäume 40 Jahre lang zu kontrollieren und zu dokumentieren. Eine Datenbank mit den GPS-Koordinaten der Bäume wird gepflegt, jeder Stamm erhält eine nummerierte Plakette mit dem Namen des Spenders.

Im Saarland, erläutert NABU-Projektleiter Helmut Harth, gebe es genug Wald, aber nicht genügend alte Bäume. Das Alt- und Totholz so genannter Habitatbäume bietet nicht nur Spechten und Fledermäusen, sondern auch vielen Käfern und Pilzen einen Lebensraum.

Bei den 20 Bäumen, für die die Sparkasse die Patenschaft übernommen hat, verzichtet die Stadt nun auf die Ernte. „Wertbaum Nr. 0061“ ist bereits markiert, die 19 restlichen Exemplare wählen NABU und Stadt aus dem Bestand aus. Außerdem wird noch eine Info-Tafel für Waldbesucher aufgestellt.

Völklingen ist eine von bisher 20 Kommunen im Saarland, die sich als Kooperationspartner am NABU-Projekt beteiligen. „Die Mittelstadt Völklingen unterstützt das Baumerhaltungsprojekt gerne, da es gut zu der naturnahen Waldbewirtschaftung im Kommunalwald passt“, so Verwaltungschef Klaus Lorig. Er hofft auf viele weitere Baumpaten aus Wirtschaft und Bevölkerung. Vor der Sparkasse haben auch schon Unternehmen Patenschaften für Bäume aus dem Völklinger Stadtwald übernommen.

Die Sparkasse Saarbrücken zählt mit mittlerweile 80 Patenbäumen an ausgewählten Standorten im Kommunalwald rund um Saarbrücken und Völklingen zu den besonders engagierten Spendern innerhalb dieses Naturschutzprojektes im Saarland.