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Leben zwischen kicken und kochenWas Wehrdener an ihrem Stadtteil besonders mögen

Leben zwischen kicken und kochenWas Wehrdener an ihrem Stadtteil besonders mögen

Wehrden. "Ich fühle mich in Wehrden zuhause", versichert Güngür Öztürk (44) in seinem Restaurant in der Kleinen Bergstraße. Im Jahr 1980 kehrte der damals 14-Jährige der Türkei den Rücken und folgte seinen Eltern nach Deutschland. Zunächst lebte der Junge in Burbach, nach einem Jahr zog er nach Wehrden

 Maria Deckert Foto: Kulas (sol.de)
Maria Deckert Foto: Kulas (sol.de)

Wehrden. "Ich fühle mich in Wehrden zuhause", versichert Güngür Öztürk (44) in seinem Restaurant in der Kleinen Bergstraße. Im Jahr 1980 kehrte der damals 14-Jährige der Türkei den Rücken und folgte seinen Eltern nach Deutschland. Zunächst lebte der Junge in Burbach, nach einem Jahr zog er nach Wehrden. Öztürk machte eine Ausbildung zum Elektroniker, schulte dann zum Technischen Zeichner für den Bereich Maschinenbau um. Er arbeitete auf der Völklinger Hütte, später war er Geschäftsführer einer Fleischfabrik in Neunkirchen. Zwischenzeitlich verschlug es ihn beruflich nach Pforzheim. Doch dort fühlte er sich nicht wohl. "Ich hatte Heimweh und bin nach Völklingen zurückgekehrt", erzählt der Türke. Nachdem er das Haus am Ende der Kleinen Bergstraße gekauft hatte, eröffnete Güngür Öztürk im Jahr 2002 sein Bistrorante Romantik. Das unternehmerische Risiko hat er nie bereut. "Ich komme mit jedem sehr gut klar", versichert der Geschäftsmann. Er hat viele Freunde und Bekannte im Ort, engagiert sich in mehreren Vereinen und war auch im Ausländerbeirat der Stadt aktiv. Die Nationalität spielt für den Türken eine untergeordnete Rolle, das gute Verhältnis zu den Menschen und die Zukunft seines Ortes und der Stadt sind ihm wichtiger. Öztürk erzählt von der kleinen Celina. Sie ist noch kein Jahr alt, wurde vor kurzem getauft. "Ich bin ihr Patenonkel", sagt Moslem Öztürk stolz. Der Türke ist nicht nur Pate eines deutschen Kindes, sondern auch Chef eines deutschen Fußballvereins. Vor einigen Jahren kämpfte der SV Wehrden ums Überleben. "Ich konnte nicht zusehen, wie der Verein kaputt geht", begründet Öztürk sein Engagement. Das Sportgelände liegt direkt neben seinem Restaurant. Mittlerweile bewegt sich der Verein wieder in ruhigerem Fahrwasser und spielt sogar auf einem neuen Kunstrasenplatz. "Wir müssen jetzt sportlich angreifen", fordert der Clubchef. Noch spielt seine Truppe in der Kreisliga A. Doch das soll sich bald ändern. Vom Wintergarten über dem Restaurant hat Öztürk das Geschehen auf dem Fußballplatz immer im Blick. In ein paar Jahren, so ist seine Vision, sollen sich die Pressefotografen während der Spiele zu ihm gesellen. "Von dort oben kann man nämlich schöne Bilder machen", erklärt der Vereinsvorsitzende schmunzelnd. Wehrden. Die Menschen sind es, die einen Ort ausmachen. Deshalb berichten Wehrdener derzeit in der Saarbrücker Zeitung , warum sie gern in ihrem Stadtteil leben. "Ich lebe gerne in Wehrden, weil es mein Geburtsort ist und ich durch den elterlichen Betrieb zu sämtlichen Einwohnern Kontakt knüpfen konnte."Maria Deckert, 64