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Lauterbacher und Carlinger wollen wieder zueinander kommen

Demonstration an der Grenze : Sie wollen wieder zueinanderkommen

Mit einem Wein aus deutschen, französischen und luxemburger Trauben wurde in Lauterbach und Carling gegen die geschlossenen Grenzen und für Europa demonstriert.

„Die deutsch-französische-Freundschaft leidet unter den geschlossenen Grenzen“, so Lauterbachs Ortsvorsteher Dieter Peters, der mit Nachbarn von der anderen Seite am Samstag gegen die Grenzschließungen protestierte.

Die Lauterbacher haben kein Verständnis mehr dafür, dass ihr Ort eine Sackgasse und die Menschen aus der Nachbarregion ausgesperrt sind. Ginge es nach ihnen, wäre der Grenzübergang wieder offen, wenn auch mit Kontrollen.

Am Samstag trafen sich Bürger von Lauterbach und Carling an der deutsch-französischen Grenze in der Hauptstraße, um mit der Europaflagge in der Hand ein Zeichen zu setzen. Rund 25 Personen aus Deutschland und Frankreich nahmen daran teil. „Auf einmal war die Grenze zu, die Straße gesperrt. Wir waren alle geschockt“, sagt Ortsvorsteher Dieter Peters.

Niemand habe Bescheid bekommen über die Grenzschließung, und die Geschäfte in Lauterbach litten darunter sehr. „Es war für uns immer ganz normal. Die Franzosen kaufen bei uns ein, und wir gehen direkt hier zum französischen Bäcker“, dabei zeigt er auf ein Gebäude. Wenige Meter hinter der Absperrung befindet sich eine französische Bäckerei.

Erik Roskothen habe die Idee gehabt, sich an der Grenze zu treffen. „Ich fand es wichtig, dass wir uns wiedersehen können. Wir pflegen seit Jahrzehnten Freundschaften nach Frankreich. Heute wird zusammen ein Drei-Länder Wein getrunken, das fanden wir sehr passend. Natürlich halten wir die Abstandsregelungen dabei ein“, sagt der 51-jährige Lauterbacher.

Zur Feier des Tages und des Wiedersehens tranken die Anwohner gemeinsam Wein, angestoßen wurde wegen der Abstandsregel aber nicht. Wichtig war den Demonstrierenden, dass ihr Wein aus Trauben aus Luxemburg, Frankreich und Deutschland hergestellt worden war, denn auch die Grenzschließung zu Luxemburg wurde angesprochen.

„Unsere Feuerwehren treffen sich für gewöhnlich regelmäßig. Wir haben viele gemeinsame Projekte und Feste. Nicht mal mehr der Bus kann durch die Straße fahren, weil er in Frankreich wenden müsste“, erzählt der Bürgermeister von Carling, Gaston Adier.

Die Stimmung am Europatag sei auch in Frankreich angeschlagen. Alle würden sich freuen, dass man sich wiedersieht. „Das Virus macht vor der Grenze nicht Halt“, sagte Adier. Es sei an der Zeit, die neuen Regeln beidseits der Grenze umzusetzen, weil dann die Grenzschließungen keine Berechtigung mehr hätten.