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Lauterbach: Nie wieder nur Platz vier

In diesem Stuhlkreis moderierte Ortwin Kronser eine der Runden beim Bürgerforum. Foto: Becker & Bredel
In diesem Stuhlkreis moderierte Ortwin Kronser eine der Runden beim Bürgerforum. Foto: Becker & Bredel FOTO: Becker & Bredel
Lauterbach. Das war eine Enttäuschung: Beim jüngsten Dorfwettbewerb landete Lauterbach trotz des neuen Paulinus-Platzes nur auf Rang vier. Und das wollen engagierte Bürger nicht auf sich beruhen lassen. Andreas Lang

Nachfolger des einstigen Bundeswettbewerbes "Unser Dorf soll schöner werden" ist der Wettkampf "Unser Dorf hat Zukunft". Mit dem alten Erfolgsrezept führt der Weg nicht mehr zum Sieg, wie Experte Klaus Kunz vom Regionalverband weiß: "Nur mit Blumenkästen mit Geranien an den Fensterbänken ist heute kein Blumentopf mehr zu gewinnen." Das sagte er am Freitagabend in der Mehrzweckhalle, wo die Lauterbacher bei einem Workshop Möglichkeiten ergründeten, bei der nächsten Runde besser abzuschneiden.

Zuletzt, im Sommer, hatte Lauterbach nur Rang vier erreicht - dies trotz des neuen Platzes am Warndt-Dom. Insgeheim hatten sich die Männer und Frauen um Ortsvorsteher Dieter Peters den Sieg erhofft. In einer Vorbesprechung zum Workshop hatte Kunz fünf Punkte herausgearbeitet. Über Naherholungswert, Attraktivität, Infrastruktur und Grundversorgung, das Miteinander der Generationen und die so genannten Kümmerer sollte nun diskutiert werden. Gut 40 Lauterbacher waren gekommen, was Kunz freute: "Es sollen ja nicht immer die Gleichen diskutieren, deshalb sind jetzt die Bürger gefragt."

Schnell waren aus der großen Gruppe fünf kleine Gruppen gemacht, die Diskussionen konnten beginnen. Eric Roskothen war Moderator an der Station "Infrastruktur und Grundversorgung". Er meint: "Eigentlich sind wir mit unseren Geschäften noch ganz gut dran."

Zustimmung, aber auch Widerspruch: Um spezielle Werkzeuge zu kaufen, müsse man nach Völklingen - mindestens. Darüber, dass die Älteren vor allem die Lebensmittelgeschäfte vor Ort brauchen, waren sich alle einig. Roskothen fragte aber: "Kaufen wir aber auch alle hier im Ort ein?" Nicht alle, zumindest nicht immer. Und weil das womöglich nicht reicht, um die vorhandenen Geschäfte dauerhaft an Lauterbach zu binden, müsse hier angesetzt werden. "Die Jungen sensibilisieren, in Lauterbach einzukaufen", so stand auf dem Zettel auf der Pinnwand. Ortsvorsteher Peters war auch einer der Moderatoren, sein Thema: Miteinander der Generationen.

Die erste Frage hier: "Können das die Vereine leisten?" Ein erster Ansatz steht bereits auf einem Pinnwandzettel: "Hilfsbörse für Senioren." Zäh lief die Diskussion an der Kümmerer-Station an. Dort wurden zunächst einmal Grundbegriffe erörtert. Die Station "Naherholung" das krasse Gegenteil: hier flogen die Zettel nur so an die Wand. Ein wahres Wunschkonzert: "Wohnmobilplatz am Glashüttenplatz", "Rundwanderweg fertigstellen", und vieles mehr. Drei Jahre haben die Lauterbacher Zeit, die Ansätze umzusetzen. Dann können sie erneut beim Wettbewerb teilnehmen. Lauterbach hat sich zuletzt in einer Ortsratssitzung bereits dafür ausgesprochen.