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Lastwagen können nicht durch die Nebenstraßen

Lastwagen können nicht durch die Nebenstraßen

Im Vorfeld schlugen die Wogen schon hoch: Denn wenn in der Werbelner Straße der Kanal erneuert wird, muss der Verkehr quer durch Ludweiler umgeleitet werden. Beim Bürger-Informationsabend am Donnerstag zeigte sich aber: So arg wie befürchtet wird es für die Anwohner wohl nicht.

Völklingens Bürgermeister ist kein Politiker, wie man ihn kennt. Statt um den heißen Brei herumzureden, trägt Wolfgang Bintz (CDU ) das Herz auf der Zunge, nennt die Dinge beim Namen. So auch bei der Bürgerversammlung im Dorfgemeinschaftshaus Geislautern, wo Stadt und Baufirmen zur anstehenden Kanal-Erneuerung in der Werbelner Straße in Ludweiler informierten.

Da kam die Sprache auf das Rattenproblem. "Ratten leben oft in maroden Kanalbauwerken", begann Bintz seine Antwort. Er selbst habe das bei Kanalbaumaßnahmen vor der eigenen Haustüre erfahren müssen. Sobald die Baustelle kommt, sei damit zu rechnen, dass die ungeliebten Nager die Flucht antreten. "Das habe ich selbst erlebt, solche Apparate in meiner Garage" - wie ein Angler zeigte er dabei die Größe des Viechs. Um dann in seiner typischen Art zu beruhigen: "Aber jetzt ist Ruhe." Oberbauleiter Thomas Trenz räumte jedoch ob des bekannten Ludweiler Rattenproblems ein, dass vor Baubeginn ein Spezialist auf Rattenfang gehen könnte.

Ein halbes Jahr Vollsperrung

Vorher waren die vier Bauabschnitte Thema. Dass im ersten und letzten Vierteljahr der Baumaßnahme der Durchgangsverkehr einspurig mit Ampelregelung an der Baustelle vorbei geführt werden soll und etwa ein halbes Jahr lang die Straße voll gesperrt werden muss. Wobei sich die Vollsperrung nur auf den Durchgangsverkehr bezieht. Ingenieur Thomas Hans vom ausführenden Ingenieursbüro Hans und Partner: "Es handelt sich ja um eine Wanderbaustelle." Die Anwohner können also bis zum aktuellen, jeweils zwischen 15 und 30 Meter langen Bauabschnitt, ranfahren und erreichen so immer das eigene Grundstück. Wer wegen Behinderung oder Krankheit darauf angewiesen ist, jederzeit von einem Krankenwagen abgeholt zu werden, soll die Bauleitung vor Ort oder telefonisch vorab verständigen. Trenz: "Demnächst informieren wir mit erneuten Wurfsendungen." Da sollen auch die Telefonnummern der wichtigsten Ansprechpartner genannt werden - wie bei vergleichbaren Projekten setzt die Verwaltung auf Kommunikation zwischen Ausführenden und Betroffenen.

Auch die Gaststätte in der Werbelner Straße soll durchgehend zu erreichen sein - mal von der einen, mal von der anderen Seite, wie die Verwaltung die besorgte Frage der Betreiberin beantwortete. Auch stünden die vorhandenen Parkplätze zur Verfügung, die gerade nicht von der Baustelle betroffen sind. Die verlangte Garantie, dass die Gäste des Lokals diese Regelungen auch annehmen, wollten und konnten die Befragten nicht geben.

Müllabfuhr ist gesichert

Noch nicht geklärt ist, wie mit dem Schwerlastverkehr während der Phasen der Vollsperrung umgegangen werden soll. Bintz kündigte an, dass das Konzept zur Verkehrsableitung während des ersten Bauabschnittes noch erarbeitet werde: "Denn der Schwerlastverkehr bereitet uns große Sorge." Nach derzeitiger Einschätzung könne dieser nicht über die möglichen Umleitungen geführt werden. Dass die Müll-Laster aber noch das Baugebiet abdecken können, sei gesichert. Wenn nicht anders möglich, sollen Arbeiter die Müllgefäße einsammeln, die dann an einem zentralen Ort geleert und anschließend zurück gebracht würden.

Die Anwohner sorgten sich weiter, dass sie auf den Kosten für die Hausanschlüsse sitzen bleiben. Es würden allerdings nur Anschlüsse erneuert, bei denen es unbedingt notwendig sei. In Streitfällen mit dem Bergbauunternehmen RAG oder mit Versicherungen werde die Verwaltung nach Rücksprache Beweismaterial zur Verfügung stellen.