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Lafontaine ruft Wähler zu mehr Wut auf

Sahra Wagenknecht mit Oskar Lafontaine. Foto: Becker&Bredel
Sahra Wagenknecht mit Oskar Lafontaine. Foto: Becker&Bredel FOTO: Becker&Bredel
Völklingen. Oskar Lafontaine hat die Wähler dazu aufgerufen, mehr Wut gegenüber der Politik sowohl der Bundes- als auch der saarländischen Landesregierung zu entwickeln. "Wir müssen wieder wütend werden und Ungerechtigkeiten nicht als Selbstverständlichkeit verstehen", rief der Fraktionschef der Linken im Landtag den rund 400 Gästen beim Neujahrsempfang seiner Partei gestern Abend in der Völklinger Hütte zu. Die Linke müsse nach der Landtagswahl im März an der Regierung beteiligt werden (besser noch: "ich kann wieder regieren"), "sonst ändert sich nichts", so der 73-jährige Spitzenkandidat der Saar-Linken. Die AfD ("Kasperletheater") sei keine Alternative, da sie einen weiteren Sozialabbau befürworte. Das gehe klar aus ihrem Programm hervor. Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer (CDU ) warf er vor, verantwortlich für das Missmanagement beim Vierten Pavillon und dem HTW-Hochhaus in Saarbrücken sowie bei der Fischzuchtanlage in Völklingen zu sein. Werde die Linke an der Regierung beteiligt, werde sie sich für mehr Investitionen in Bildung, Kliniken, Forschung und Kultur sowie für eine Industriepolitik zugunsten allein saarländischer Interessen einsetzen. Johannes Schleuning

Zuvor hatte Sahra Wagenknecht , Linken-Fraktionschefin im Bundestag, in einer Rede ihre umstrittene Aussage, dass Kanzlerin Merkel (CDU ) für den Terroranschlag in Berlin mitverantwortlich sei, bekräftigt. In einem Interview mit dem "Stern" hatte sie Anfang der Woche als Grund dafür unter anderem die unkontrollierte Grenzöffnung und eine kaputtgesparte Polizei genannt. Ebenso wie ihr Ehemann Lafontaine rief sie dazu auf, die Linke zu wählen. "Je stärker wir sind, desto wahrscheinlicher ist eine soziale Wende", so Wagenknecht. Ob "links wirkt", wie auf Parteiplakaten in der Hütte geworben wurde, muss sich nun zeigen.