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Kunterbuntes und kurzweiliges Spektakel

Um die 250 Schülerinnen und Schüler wirkten bei der Aufführung in der Gebläsehalle mit; hier eine Tanzszene. Foto:s (3): Thomas Seeber
Um die 250 Schülerinnen und Schüler wirkten bei der Aufführung in der Gebläsehalle mit; hier eine Tanzszene. Foto:s (3): Thomas Seeber
Völklingen. 350 Besucher erleben das „Konzert der Gymnasien“ in der Gebläsehalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte. Stefan Bohlander

"Musik, Chor und Tänzer - alles toll!", fasste Helga Becker ihr Fazit in knappe Worte. Die Völklingerin gehörte zu den etwa 350 Besuchern, die am Donnerstagabend dem "Konzert der Gymnasien" beiwohnten. Den Zuschauern in der Gebläsehalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte bot sich dabei ein kunterbuntes, federleichtes und kurzweiliges Spektakel auf Deutsch und Französisch. Und wenn man mal das ein oder andere Wort nicht mitbekam: "Wenn man den Film kennt, versteht man alles", sagte Becker lachend.



Mit der Verfilmung der Operette "Im weißen Rössl" erlangte einst Peter Alexander seinen Status als deutschsprachiger Superstar. Nun wurde das unterhaltsame Singspiel in Völklingen von drei Gymnasien aufgeführt: dem Warndt-Gymnasium in Ludweiler, dem Lycée et collège Georges de la Tour in Metz und dem Lycée Jean Moulin in Forbach. Zum 14. Mal ging das "Konzert der Gymnasien" nun über die Bühne, die Besonderheit war diesmal: "Fast alle Akteure sind Schüler", erklärte Musiklehrer Christian Bur.

Dies sei ein bewusst gewählter Gegensatz zum Vorjahr, erläuterte Bur, der die schulinternen Proben leitete. Außerdem sang er im Chor mit und komponierte noch das Gospel "Dann bin ich da", das man nahtlos in die Geschichte einfügte. Zwischen September im vergangenen Jahr und März probten die drei Schulen einmal im Monat in Metz und jeweils einmal die Woche an den Gymnasien selbst. Das habe natürlich sehr viel organisatorischen Aufwand bedeutet. Letztendlich habe es sich aber gelohnt, durch den pädagogischen und grenzüberschreitenden Charakter könne man den jungen Menschen sowohl klassische als auch moderne Musik prima beibringen. "Wir haben in diesem Jahr noch mehr Augenmerk auf die Schüler gelegt", pflichtete ihm Nils Hollendieck bei, der für zusätzliche Texte und Inszenierung verantwortlich zeichnete. Er habe selbst etwas gezweifelt, ob denn die Schüler ihre großen Hauptrollen tatsächlich ausfüllen könnten. Doch man habe ihnen Vertrauen geschenkt und dies habe sich ausgezahlt. Da man im vergangenen Jahr mit "Die Perlenfischer" eine tragische Oper inszeniert hatte, habe man sich in diesem Jahr für das leichte "Im weißen Rössl" entschieden.

Im kommenden Jahr werde es wieder ernster, dann führe man eine Version des französischen Märchens "Peau d'âne", auch bekannt als "Allerleirauh", auf. Die Proben beginnen im September.

Die Inszenierung von "Im weißen Rössl" mit den starken Leistungen von Solisten, Chor, Orchester und Band macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Vor allem der erst 16-jährige Lucas Poinsignon überzeugte durch Bühnenpräsenz und beinahe makellosen Gesangsauftritt. Als Leopold versuchte er, die Liebe seiner Chefin Josefa, dargestellt von Jeanne Joppin, zu gewinnen. Allerlei Irrungen und Wirrungen, seine Entlassung und Wiedereinstellung als "Ehemann auf Lebensdauer" folgen.

Die Gassenhauer "Im weißen Rössl am Wolfgangsee", "Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist" oder "Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein" wurden mitreißend interpretiert. Ein wenig künstlerische Freiheit nahmen sich die Schüler, und so traten Harry Potter, Darth Vader und Captain Sparrow aus "Fluch der Karibik" als Hotel-Gäste auf. Um Regen und Donner erlebbar zu machen, legte die Band ein kurzes Rock-Intermezzo ein. Nach knappen zwei Stunden mit tanzenden Zimmermädchen und einer lustigen Kuh, in deren Kostüm gleich drei Schüler steckten, ging das Weiße Rössl mit "Lasst uns Schampus trinken mit lächelndem Gesicht" fröhlich zu Ende. Ene weitere Aufführung folgt am Dienstag, 21. März, 20 Uhr, im Metzer Arsenal.