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Ende August soll alles weg sein
Krankenhaus verschwindet vom Erdboden

Vom früheren Michaels-Krankenhaus steht nur noch ein kleiner Rest, gedacht als Schallschutz für das benachbarte Leonardo-Hotel (rechts).
Vom früheren Michaels-Krankenhaus steht nur noch ein kleiner Rest, gedacht als Schallschutz für das benachbarte Leonardo-Hotel (rechts). FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Der Abriss des früheren Michaels-Krankenhauses in Völklingen liegt in den letzten Zügen. Die Zukunft eines Großteils des Geländes ist noch ungewiss, sagt der Eigentümer, die Cusanus-Trägergesellschaft Trier. Ein Teilstück soll ans benachbarte Hotel verkauft werden. Dieses plant dort Parkplätze. Von Bernhard Geber

Das traditionsreiche Michaels-Krankenhaus in Völklingen ist bald endgültig Geschichte. Von dem riesigen Gebäudekomplex mit mehreren hundert Betten ist derzeit nur noch ein kleines Stückchen übrig. Es bleibt als Schallschutz in Richtung des benachbarten Leonardo-Hotels stehen, bis die Bagger und Schredder ihr Werk getan haben. Und dies soll schon Ende August vollzogen sein, wie Bernd Molzberger, Geschäftsführer der Cusanus-Trägergesellschaft Trier (CTT), am Dienstag unserer Zeitung mitteilte.


Die CTT hatte das seit April 2009 leer stehende Haus vor rund fünf Jahren übernommen und an die Umwandlung in eine Reha-Klinik gedacht. Dies – auch in Form eines Neubaus – ist aber „unwahrscheinlich“ geworden, wie Molzberger gestern auf SZ-Anfrage betonte. Ein Teilstück des Geländes soll an das benachbarte Hotel verkauft werden, das seine Parkplätze erweitern will. Was ansonsten mit der Riesenfläche geschieht, ist laut Molzberger noch ungeklärt: „Wir wollten zunächst einmal mit dem Abriss ein inzwischen entstandenes Sicherheitsrisiko beseitigen.“ Das Areal solle verfüllt und eingeebnet und dann mit Rasen eingesät werden. Ansonsten, so Molzberger, habe die CTT noch keine Lösung gefunden. Bei heimischen Wohnbau-Unternehmern gilt das Gelände an der Ecke Kühlweinstraße-Nordring als Filetgrundstück in bester Stadtrandlage. „Das wissen wir noch nicht“, antwortete Molzberger auch auf die Frage zu diesem Aspekt. Die CTT selbst werde sich in Völklingen „wohl in absehbarer Zeit“ nicht engagieren. „Wir haben andernorts ein paar größere Bauprojekte“, erläuterte Molzberger. Die CTT hat bereits angekündigt, dass sie das Bettenhaus des von ihr betriebenen Krankenhauses in Lebach komplett neu bauen will. Dies dürfte, wie es hieß, „einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag“ kosten.

Rund 790 000 Euro hat die CTT nun in den Abriss des Michaels-Krankenhauses in Völklingen investiert. Abgerissen wurde auch ein Nebenbau, das so genannte Haus Klara. Das frühere Krankenhaus hatte sich immer mehr zu einer Ruine entwickelt, die regelmäßig von Metalldieben und Vandalen heimgesucht wurde. „Gefahrenpotenziale beseitigt“, meldet nun Molzberger. Das Gelände sei „absolut dekontaminiert“. Der Abriss erfolge sortenrein, also nach verschiedenenen Materialien getrennt. Die Michael-Statue, die am Rande des Geländes stand, sei für eine Wiederverwendung gesichert worden.



Als Zwischenbesitzer hatte die Saarland-Heilstätten GmbH bereits den Westflügel des Krankenhauses abreißen lassen. Dort befand sich auch die Kapelle. Die Orgel, die dort stand, kam 2010 in der Kirche St. Konrad auf der Röchlinghöhe wieder zum Klingen.