Korbjäger mit Büro im Rathaus

Wehrden. Von seinem Büro im vierten Stock des Neuen Rathauses genießt Manfred Becker (58) eine schöne Weitsicht über Fürstenhausen, den Heidstock sowie Teile von Fenne und der Innenstadt. Auch seinen Heimatort hat der Leiter des Rechnungsprüfungsamtes immer im Blick: An der Wand hängt ein Aquarell von Wehrden. Neben dem Bild erinnern Wimpel an die sportlichen Erfolge des Beamten

Wehrden. Von seinem Büro im vierten Stock des Neuen Rathauses genießt Manfred Becker (58) eine schöne Weitsicht über Fürstenhausen, den Heidstock sowie Teile von Fenne und der Innenstadt. Auch seinen Heimatort hat der Leiter des Rechnungsprüfungsamtes immer im Blick: An der Wand hängt ein Aquarell von Wehrden. Neben dem Bild erinnern Wimpel an die sportlichen Erfolge des Beamten. 1976 reiste er mit der Basketball-Nationalmannschaft nach Israel, auch Belgien und die Türkei gehörten zu den Gegnern. "Die Spiele waren ein Erlebnis", schwärmt der ehemalige Spitzensportler. Neben der Reichweite des Zwei-Meter-Mannes fürchteten die Gegenspieler vor allem seine ausgefeilte Technik unter dem Korb. Nach sieben Einsätzen für Deutschland beendete ein Beinbruch die internationale Karriere. 1984 zog Becker von der Innenstadt ins neu gebaute Haus in der Straße Zum Rauenhübel. Zehn Jahre später übernahm er den Vorsitz der Interessengemeinschaft (IG) Wehrdener Bürger und Vereine: Rund 100 Einzelpersonen und 30 Vereine ziehen dort an einem Strang, kümmern sich unter anderem um die Bewirtung der Saarfest-Gäste. Zurzeit laufen die Vorbereitungen zur Errichtung eines Handwerker- und Vereinsbaums. "Wir wollen damit das Zusammengehörigkeitsgefühl der Vereine, Gewerbetreibenden und Bürger dokumentieren", erklärt Becker und lobt den Zusammenhalt im Ort. Die IG Wehrden greift dem Pensionärsverein bei seinen Festen unter die Arme, die Feuerwehr hilft bei der feierlichen Einweihung des Zunftbaums. "Die Menschen in Wehrden sind unkompliziert", meint Becker. Wenn es etwas zu besprechen gibt, greift man einfach zum Telefon oder trifft sich zu einem Bierchen. Der Wehrdener kann sich nicht vorstellen, woanders zu leben - auch nicht in Berlin. Neben den Basketballwimpeln und dem Aquarell hängt der U-Bahnplan der Hauptstadt. Becker kennt die Stationen wie seine Westentasche. Das Kulturangebot und die Schnelllebigkeit der Metropole faszinieren ihn bei jedem Besuch. "Berlin ist immer eine Reise wert, aber Wehrden ist meine Heimat", erklärt Becker. Sein Wunsch für die Zukunft: Das bisherige Nebeneinander der Kulturen sollte sich zu einem vertrauensvollen Miteinander entwickeln. Die ausländischen Mitbürger, so Becker, müssten stärker auf die deutsche Bevölkerung zugehen. In der IG Wehrden etwa seien keine türkischen Bürger oder Vereine vertreten. "Sie wären bei uns herzlich willkommen", versichert der Vorsitzende.