Kommunalpolitiker lassen's stauben

"Unsere Schule" hört sich doch gut an. Für Leute, die's nicht wissen, sagt man noch dazu, welche Art von Schule das ist und in welchem Ort sie liegt.Schwierig wird's aber, wenn man Schulen noch mit einem Extra-Namen taufen will.

Zündend, unverwechselbar, aussagekräftig sollte er sein - und auch so beschaffen, dass man sich nicht die Zunge bricht.

Die Latte für einen guten Namen liegt hoch, und der Rosseler Gemeinderat hat sie eindeutig gerissen. Die Grundschule heißt nun "Wilhelm-Heinrich-Grundschule der Gemeinde Großrosseln mit Dependance St. Nikolaus" - mit einem Saarbrücker Fürsten aus dem 18. Jahrhundert als Namenspatron. Wilhelm Heinrich war ein rigoroser Herrscher über seine Untertanen, der vom Geldausgeben bis hin zum Liebesleben sein großes Vorbild, den französischen König Ludwig XV., kopierte. Ein solcher Name für eine Grundschule ist ein tiefer Fehlgriff in die Mottenkiste der Geschichte.

Eltern, Lehrer und Kinder hätten sich mit dem Namen "Pfiffikus" für ihre Schule wohl gefühlt. Der ist ungewöhnlich, klingt aber frisch und markant. Und ein Blick rundum zeigt, wie die Ideen blühen: von der Regenbogenschule in Wehrden über die Astrid-Lindgren-Schule in Geislautern bis hin zum Einstein-Gymnasium in Völklingen.