Kita-Eltern lassen nicht locker

Väter, Mütter, Großeltern, Kinder und Erzieherinnen haben gestern erneut vor dem Völklinger Neuen Rathaus demonstriert. Heute wollen sie ihre Forderungen mit Oberbürgermeister Lorig besprechen.

Seit Montag sitzen Gewerkschaften und Arbeitgeber wieder an einem Tisch. Parallel zu den Verhandlungen machen die Eltern weiter Druck, sie fordern das Ende des Kita-Streiks. "Spielen vor dem Rathaus", lautet das Motto der Aktion, zu der sich am Dienstagvormittag rund 100 Väter , Mütter , Großeltern , Kinder und Erzieherinnen vor dem Neuen Rathaus Völklingen versammeln. Vor einer Woche hatten an gleicher Stelle an die 200 Demonstranten ihrem Ärger Luft gemacht. Um Punkt zehn Uhr wird es laut: Die Teilnehmer pfeifen, klappern, klatschen in die Hände. Seifenblasen steigen in den Himmel, Kinder halten Plakate hoch. "Wir wollen in den Kindergarten", lautet die Botschaft des Nachwuchses.

Die Protestierenden sind enttäuscht, dass sich niemand von der Verwaltung stellt. Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) hat sich im Vorfeld entschuldigt. Und für Mittwoch ins Rathaus eingeladen. Die Eltern nehmen das Gesprächsangebot an. "Wir werden morgens früh da sein", sagt Michael Fürst, der stellvertretende Vorsitzende des Elternausschusses der Kindertagesstätte Röntgenstraße. Er hat zu der Aktion aufgerufen.

Ihre Forderungen werden die Eltern dem Völklinger Verwaltungschef auch schriftlich präsentieren. Viele Demonstranten unterschreiben eine Petition der Elternausschüsse der Kitas Haydnstraße und Röntgenstraße. Darin fordern die Väter und Mütter die Erstattung der Elternbeiträge. Sie wollen kein Geld für Leistungen zahlen, die nicht erbracht werden. Auf der Demo gibt es entsprechende Antragsvordrucke. Oberbürgermeister Lorig hat angekündigt, am 1. Juli im Stadtrat eine Vorlage zur Rückzahlung von Kita-Gebühren einzubringen.

Außerdem wird die Verwaltung in der Petition gebeten, den Eltern die Räume der Kita zumindest stundenweise als Treffpunkt zur Verfügung zu stellen. "In Saarbrücken und Püttlingen hat dies problemlos funktioniert. Wir appellieren an Sie, diesen positiven Beispielen ohne großen bürokratischen Aufwand zu folgen", heißt es in dem Schreiben.

Eine weitere Forderung: Mit den Gewerkschaften zusammen sollen echte Notgruppen eingerichtet werden, zu denen auch Krippenkinder Zugang haben. Zurzeit, so ist auf der Demo zu hören, gebe es an zwei Standorten so genannte Auffanggruppen, die von nicht organisierten Mitarbeitern betreut würden. Nach dem Gespräch mit dem Oberbürgermeister wollen sich die Vorsitzenden der Elternausschüsse zusammensetzen und das weitere Vorgehen beraten.