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Keine Besserung in Lauterbach in Sicht

Geschwindigkeitsmessungen in Lauterbach : Mit 115 Sachen durch den Ort

Das Problem mit den Rasern im Grenzort Lauterbach hält an. Der jüngste Spitzenreiter wurde mit 115 Kilometern pro Stunde gemessen.

Raser sind im dem Völklinger Stadtteil Lauterbach (rund 2500 Einwohner), direkt an der Grenze zu Frankreich gelegen, ein Dauerthema. Nun präsentierte die Stadtverwaltung dem Ortsrat in seiner Sitzung am Mittwochabend die Ergebnisse der jüngsten Geschwindigkeitsmessungen. Die Sitzung in Lauterbach war kaum zu Ende, da liefen schon die neuesten Raser-Meldungen durch die sozialen Netzwerke im Internet.

Mit 115 Sachen sei da einer durch den Ort gebraust, meldete die örtliche SPD in einem Beitrag und untermauerte dies mit dem Foto von einer Radaranlage. Sie ist eine der Art, die selbst kein Beweisfoto schießt, sondern lediglich Fahrer, die sich an die vorgegebene Geschwindigkeit halten, mit einem lächelnden Gesicht auf der Leuchtanzeige belohnt. Das Leuchtmännchen auf dem Internetfoto schaut traurig drein, während die digitale Anzeige in Rot die Zahl 115 zeigt.

Keine Frage: Zu schnelles Autofahren auf der kilometerlangen, meist schnurgerade verlaufenden Hauptstraße ist eines der Hauptprobleme in Lauterbach. Und aus dem Stadtteil ertönt seit Jahren der Ruf nach handfesten Maßnahmen. Bevor solche ergriffen werden, will die Stadtverwaltung das persönliche Empfinden der Bürger und Kommunalpolitiker durch objektive und belegbare Zahlen absichern. So lautet die derzeitige Zielrichtung in Lauterbach, wo Ortsvorsteher Dieter Peters (SPD) nun dem Ortsrat das Ergebnis einer Messung an der Hauptstraße auf Höhe der Remsinger Straße vorstellte.

An einer Stelle, an der die Ergebnisse wohl wenig Aussagekraft haben, wie Peters Kommentar vermuten lässt: „Ausgerechnet das ist eine Stelle, wo man erwarten könnte, das nicht so schnell gefahren wird.“ Zustimmung zu dieser Ansicht quer durch den Ortsrat. Nichts desto trotz wurden an dieser Stelle Geschwindigkeiten von 80 Stundenkilometern und mehr gemessen, vor allem zwischen 20 und sieben Uhr. Von 70 Übertretungen ist im Verwaltungsbericht die Rede, 60 Prozent zu nachtschlafender Zeit. Einer Zeit, in welcher der kommunale Ordnungsdienst der Stadt wegen seiner Arbeitszeiten nicht mehr ausrücke, wie Peters der Verwaltungsvorlage entnahm. Also müsse die Polizei zu dieser Zeit auf den Plan treten, waren sich die Ortsratsmitglieder schnell einig.

Anders sieht es zum zweiten Tat-Schwerpunkt aus, den die Messung ergeben hat. Denn kurz nach Mittag, zwischen 13 und 14 Uhr, sind auch etliche zu schnell unterwegs. Vermutlich wird es deshalb zu diesen Zeiten auf Völklinger Bann in Grenznähe demnächst des öfteren blitzen. Zufrieden sind die Lauterbacher Kommunalpolitiker mit diesen Messungen noch nicht. Erik Roskothen, SPD, hätte nach eigenen angaben die Unterlagen gerne so rechtzeitig vor der Ratssitzung gehabt, um sich vorab zur Debatte einzuarbeiten. Das Papier war nämlich erst unmittelbar zur Sitzung erschienen und lag nur Ortsvorsteher Peters vor. Die Christdemokraten um Thomas Rouget forderten: „Es muss auch noch an anderen Stellen gemessen werden.“

Stadt-Pressesprecher Uwe Grieger hatte bereits nach einem schweren Unfall Anfang März auf die beschränkten Möglichkeiten des kommunalen Ordnungsdienstes hingewiesen. Bei Verstößen seien sehr oft Fahrer aus Frankreich im Spiel, bei denen die Mitarbeiter keinen Zugriff hätten. Hinzu komme, dass manche mit gestohlenen Fahrzeugen oder gefälschten Kennzeichen unterwegs seien. Als Beispiel nannte Grieger ein Fahrzeug aus Frankreich, das mit rund 100 Stundenkilometern gemessen worden sei. „Und der Fahrer war dann einfach weg“, berichtete Grieger.