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Kassiopeia weckt die Kreativität im Stadtteil

Kassiopeia weckt die Kreativität im Stadtteil

Wehrden. Die süßen Lämmer, die erst vor wenigen Tagen das Licht der Welt erblickten, sind zurzeit die unbestrittenen Stars der Kinder- und Jugendkunstschule Kassiopeia. Erst nachdem die jungen Besucher den blökenden Schaf-Nachwuchs gestreichelt haben, gehen sie ins Haus

Wehrden. Die süßen Lämmer, die erst vor wenigen Tagen das Licht der Welt erblickten, sind zurzeit die unbestrittenen Stars der Kinder- und Jugendkunstschule Kassiopeia. Erst nachdem die jungen Besucher den blökenden Schaf-Nachwuchs gestreichelt haben, gehen sie ins Haus. Insgesamt 120 bis 130 Jungs und Mädchen malen, tanzen, spielen Theater und entwickeln in der "Schule der Phantasie" ihre kreativen Fähigkeiten. 25 Euro zahlt der Nachwuchs monatlich für die Angebote. Immer wieder präsentieren die jungen Künstler ihre Werke in den Schaufenstern leer stehender Ladenlokale. In Projekten arbeitet Kassiopeia auch eng mit Schulen zusammen. Der Verein verfügt über eine Medienwerkstatt. Vor einigen Jahren gestalteten Schüler dort ein eigenes Buch: Die jungen Heimatforscher sammelten Geschichten über alte Wehrdener Häuser und ihre Bewohner und veranschaulichten so den Wandel des Stadtteils. Die Entwicklung des Ortes hat auch Anne Herzhauser, die Leiterin der Kunstschule, hautnah miterlebt. "Seit meiner Kindheit lebe ich gerne hier", versichert sie im Rückblick. Als kleines Mädchen freute sie sich jeden Tag auf den Besuch der Grundschule. Und nachmittags spielte sie in den Gärten, Wiesen und Wäldern der Umgebung. Schnell schlug Herzhauser Wurzeln, noch heute lebt sie in dem Haus, das ihr Urgroßvater 1906 in der Schaffhauser Straße baute. Ihren Heimatort sieht Herzhauser auf einem guten Weg: Sie erinnert an die schnelle Autobahnanbindung, die Schiffsanlegestelle mit dem Radweg, an die neue Kulturhalle und die sanierten Fassaden. Aber auch die Menschen tragen dazu bei, dass sich Herzhauser wohl fühlt. In Wehrden leben und arbeiten die unterschiedlichsten Nationalitäten und sozialen Schichten. "Das finde ich spannend", sagt die Lehrerin, die in Teilzeit an der Gesamtschule Riegelsberg unterrichtet. Nach ihrem Biologie-, Chemie- und Kunststudium arbeitete sie zunächst in einer privaten Riegelsberger Kunstschule. Immer wieder baten Freunde, Verwandte und Nachbarn, ihren Nachwuchs mitzunehmen. Schließlich organisierte man sich, 1993 richtete sich der neu gegründete Verein Kassiopeia in den ehemaligen Tante-Emma-Laden von Herzhausers Urgroßmutter ein. Als das Domizil zu klein wurde, zog die Kunstschule vor über zehn Jahren in die Pfarrwiesstraße. Heute hat der Verein 150 Mitglieder. Die Kassiopeia-Schafe, die bald wieder von ihrem Winterquartier auf die Wiese wechseln, spielen auch im Haus eine große Rolle. Nach dem Waschen und Kämmen wird ihre Wolle gefilzt. Begeistert basteln die Kinder an einem ganz besonderen Filz-Stift: Ein wollener Überzieher soll später ihren Lieblingsschreiber schmücken.Kontakt: Kassiopeia, Pfarrwiesstraße 1, Telefon (06898) 2 62 06 "Seit meiner Kindheit lebe ich gerne hierin Wehrden."Anne Herzhauser