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Startschuss fällt am Aschermittwoch
Karnevalisten blasen zum Abbau

Die Warndthalle ist bereits weitgehend geräumt.
Die Warndthalle ist bereits weitgehend geräumt. FOTO: Andreas Lang/Beele's / Andreas Lang
Ludweiler. Nach der Fastnacht heißt es abbauen. Den Prinzenwagen abrüsten, damit er in die Garage passt. Und Dekoration und Kostüme für die kommende Fastnacht sicher aufbewahren. Wir waren bei den Beele’s in Ludweiler dabei. Von Andreas Lang

Keine Zeit für den Kater zum Aschermittwoch haben die Bühnenbauer der Karnevalsgesellschaft die Beele‘s. „Awwer Morje früh um sechs Uhr ist Abbau“: Dieses Zitat von Jürgen Bachelier als Leiter des Bühnenbauer-Teams zum Ende des gemeinsamen Beele‘s-Heringsessens am Fastnachtsdienstag ist schon so legendär, dass es im Vorjahr in Bacheliers Laudatio stand, als er mit weiteren um die Fastnacht verdiente Völklinger zum Karnevalisten des Jahres gekürt wurde.


„Der Jammi kann einfach alles“, lobt Beele‘s-Präsidentin Tanja Baschab ihren Bühnenbau-Chef, während die fleißigen Ehrenamtlichen die letzten Teile der Bühnenkulisse abschrauben. Schreinern, Elektrik, Malen – dank solider Bergmannsausbildung kenne er sich in allen geforderten handwerklichen Bereichen  aus. „Jammi“ Bachelier gibt das Lob sofort bescheiden weiter: „Dieses bunt gemischte Team ist eine Supertruppe.“  Dicht unter dem Hallendach montieren die gerade die Holz- und Pappteile des Pressluftflieger-Karussells ab. Das dreigeschossige Arbeitsgerüst steht dabei noch bei den beiden letzten verbliebenen Reihen von Bühnen­elementen. Schließlich löst Präsidentinnen-Gatte Christian Baschab mit dem Akku-Schrauber die letzten Halteschrauben der blauen Hintergrundtafel, die fleißige Helfer sofort abnehmen. Schließlich stehen nur noch die breiten Holzpaneele, die über Kreuz miteinander verschraubt sind und seit Wochen die schweren Kulissenteile trugen. Auch die werden jetzt demontiert und am Lager­ort verstaut.

„Vieles tun wir gleich hier an der Halle in den Container, anderes kommt ins Vereinshaus“, so die Präsidentin. Unverzichtbar sei auch die Arbeit des Küchenteams: „Sie sorgen morgens für ein Frühstück und kochen auch nachher nochmal.“ So sind die Bühnenbauer auch meist pünktlich zum Mittag fertig, dieses Mal dauert es aber länger. „Wir hatten ein paar Krankmeldungen“, bedauert Tanja Baschab. Statt sonst bis zu 25 Bühnenbauern sind dieses Mal nur 15 da.



„Komisch, der Aufbau dauert immer viel länger“, wundert sie sich zum Sessionsende immer wieder. „Spätestens drei Wochen vor unserer Oldie-Nacht beginnen wir immer mit den Arbeiten“, berichtet  sie. Wann genau, das komme auch darauf an, wie die tollen Tage im Kalender liegen. Dieses Mal war die Fastnacht vergleichsweise früh dran, nächstes Jahr fällt der Rosenmontag erst auf den 4. März. Kurz nach Jahresbeginn heißt es also: „Auf in die Warndthalle zum Aufbau.“ Jammi: „Manchmal auch schon zwischen den Feiertagen.“

In die kommende Session blicken die Beele‘s übrigens ein wenig sorgenvoll.  Nicht, weil es ihnen an Zuspruch fehlt. Nein. Die sanitären Anlagen in der Halle sollen saniert werden. Hört sich eigentlich prima an, aber Präsidentin Baschab hat erfahren: „Anschließend sollen nur noch 400 Leute in die Halle dürfen statt wie bisher 800.“ Dabei hält sie die bestehenden Sanitäranlagen für voll funktionsfähig und in Ordnung.

Bei Stadt und Regionalverband habe sie wegen dieser Pläne schon vorgesprochen, denn eine Halbierung der Hallenkapazität würde die Karnevalisten und andere Vereine bis ins Mark treffen: „Es kann ja nicht sein, dass man die Vereine mit immer mehr Auflagen kaputt macht“, sagt sie.

Zurück zu den nachkarnevalistischen Arbeiten. „Unser Umzugswagen steht schon in der Garage“, so Wagenbaumeister Ralf Galinowski. „Viel wird ja nicht abgebaut, eigentlich werden nur die Figuren abgenommen, damit die ursprüngliche Höhe von vier Metern auf 2,80 Meter gesenkt wird.“ Thematisch werde für die kommende Session nicht viel verändert. Aber: „Den Schriftzug müssen wir ändern, da wir dann ein neues Prinzenpaar haben werden.“

Recht unspektakulär läuft die Fastnachtsnachbereitung in anderen Abteilungen. Beele‘s-Pressewartin Silvia Kuhn: „Mitglieder waschen die Kostüme und hängen sie weg. Mehr passiert eigentlich nicht nach diesen Tagen. Meist wird noch ein Hausputz veranstaltet, da man in der närrischen Zeit diesbezüglich kaum Möglichkeiten hat.“

Tanja Baschab war auch schon mal Prinzessin.
Tanja Baschab war auch schon mal Prinzessin. FOTO: BeckerBredel
Die abgebauten Bühnenteile werden in einem Container eingemottet.
Die abgebauten Bühnenteile werden in einem Container eingemottet. FOTO: Andreas Lang/Beele's / Andreas Lang