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Stahl-Nöte
Kampf um Völklinger Stahl-Arbeitsplätze

Blick in die neue Saarschmiede bei der Eröffnung 2010 – jetzt ruht dort der Betrieb.
Blick in die neue Saarschmiede bei der Eröffnung 2010 – jetzt ruht dort der Betrieb. FOTO: Oliver Dietze
Völklingen. Die neue Schmiede wird vorerst stillgelegt. Von Doris Döpke

Völklinger Stahlwerker kämpfen weiter um eine Politik der Europäischen Union, die ihre Arbeitsplätze auf lange Sicht erhält. Es geht gegen Billig-Importe aus China und gegen Umwelt-Auflagen, die Stahlproduktion in Europa so stark verteuern würden, dass hiesige Betriebe trotz hoher Qualität und umweltschonender Arbeitsweise nicht mehr konkurrieren könnten. Nach spektakulären Aktionen im vorigen Jahr mit Tausenden von Teilnehmern – einem großen Aktionstag und einer „Nacht der 1000 Feuer“ –, brechen sie nun zu einem Autokorso gen Saarbrücken auf. Ziel: Die Landesregierung soll sich mit aller Kraft auf Bundes- und Europa-Ebene für die Jobs in der heimischen Industrie einsetzen.


Saarstahl hat sich von den Problemen der Vorjahre recht gut erholt, die Unternehmens-Zahlen sehen wieder besser aus. Das Unternehmen kündigt kräftige Investitionen an, in Völklingen soll eine neue Stranggießanlage entstehen.

Ausgenommen von der Besserung bleibt freilich die erst 2010 eingeweihte neue Saarschmiede;  die Energiewirtschaft,  für die man  hochmoderne Turbinen produzieren wollte, stagniert nach dem Fukushima-Schock von 2011 weltweit. Saarstahl zieht die Reißleine: Der neue Teil der Schmiede wird eingemottet. Doch der Einschnitt, der rund 450 Mitarbeiter betrifft, geht ohne Entlassungen vonstatten. Altersteilzeit und Versetzungen bringen verträgliche Lösungen.