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Warndthalle
Kampf gegen Schimmel hat Vorfahrt

Renovierungsbedürftig: die Warndthalle in Ludweiler – hier ein Blick auf den Haupteingang.
Renovierungsbedürftig: die Warndthalle in Ludweiler – hier ein Blick auf den Haupteingang. FOTO: Bernhard Geber
Ludweiler. Ludweilers Ortsrat diskutierte über die Warndthalle. Und über „Essbare Stadt“ in der Ortsmitte. Von Andreas Lang

Die Haltung der Kommunalpolitiker vor Ort ist eindeutig, wenn es um die Pläne des Regionalverbandes in Sachen Warndthalle geht. Die gehört zum Komplex der Graf-Ludwig-Gemeinschaftsschule, liegt somit im Verantwortungsbereich des Regionalverbandes als Träger der Schulen der Sekundarstufe. Und so richtet  auch Ludweilers Ortsvorsteher Andreas Willems (SPD) die Kritik seines Ortsrates, der die Situation um die Halle jüngst wieder auf seiner Tagesordnung hatte, an die Bauherren im Saarbrücker Schloss: „Der Regionalverband Saarbrücken setzt hier falsche Prioritäten.“ Im Bezug auf den Umbau der Warndthalle fordere der Ortsrat Ludweiler den Regionalverband  auf, die Sanierung der WC-Anlagen zunächst zurückzustellen und sich erst mal um die Beseitigung des Schimmelbefalls im ehemaligen Sanitätsraum zu kümmern. Willems: „Dies hat absoluten Vorrang, insbesondere im Hinblick darauf, dass die Warndthalle hauptsächlich als Schulsporthalle genutzt wird.“


Die Sanierung der Toilettenanlage mit der damit einhergehenden Verminderung der Hallenkapazität von 800 auf 400 Veranstaltungs-Besucher ist quasi Thema, seit die Karnevalsgesellschaft Die Beele‘s nach den tollen Tagen ihre Bühne und Dekoration in der Warndthalle abgebaut haben. Damals war die  Kapazitäts-Reduzierung noch Gerücht, das aber wenig später zur Gewissheit wurde. Beim Ortstermin des Stadtrats-Bauausschusses dann der noch größere Schock: Der Sanitätsraum der Halle ist so stark vom Schimmel befallen, dass er geschlossen und sogar versiegelt werden musste (wir berichteten). Klar, dass die Kommunalpolitiker sofort größte Bedenken anmeldeten und schnellstmögliche Beseitigung des gesundheitsgefährdenden Schimmels forderten.

Auch die Toilettensanierung bleibt Thema im Ortsrat. Wilems: „Im Hinblick auf die Sanierung der WC-Anlagen lehnt der Ortsrat Ludweiler eine Lösung mit einem Toilettenwagen ab, da die Kosten für die betroffenen Vereine nicht tragbar sind und eine Nutzung in den Wintermonaten für Besucher unzumutbar ist.“ Der Ortsrat bevorzuge für die Sanierung der WC-Anlagen einen Anbau. Weiterhin fordere der Ortsrat ein tragfähiges Gesamtkonzept zur Sanierung, das neben den  WC-Anlagen auch den Parkplatz, die Anschaffung einer mobilen Rampe und die Anbringung eines Geländers für Menschen mit Behinderung vorsieht.



Außerdem beschäftigte sich der Ortsrat mit dem Interreg-Projekt (Gemeinschaftsinitiative des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung) „Essbare Stadt“, das auch nach Ludweiler kommen soll. Wie Projektleiter Andreas Derow informierte, sei vorgesehen, dass auf den Grünflächen des Friedrich-Ebert-Platzes vier bewegliche Hochbeete mit entsprechender Bepflanzung und auf dem Vorplatz der Wendalinuskapelle eine bepflanzte Windrose installiert werden sollen.

Das Projekt bezieht sich auf Pflanzungen im urbanen Raum, die nicht mehr mit Rasen und Zier-Gewächsen, sondern mit essbaren Pflanzen wie Gemüse, Obst und Kräutern gestaltet werden sollen. Die   Bürger werden aufgefordert, die Pflanzen zu wässern und später zu ernten. Weiterhin sollen Vereine – zum Beispiel Obst- und Gartenbauverein, NABU oder Naturfreunde – zusammen mit allen interessierten Bürgern, bereits vorab in die Planungen für den Stadtteil Ludweiler mit einbezogen werden.