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Kampf gegen das Kirmes-Sterben

 Attraktionen wie das Riesenrad, das sich zur Kirmes während des Saarfestes in Wehrden drehte, werden dieses Jahr ausbleiben. In Wehrden und in Fürstenhausen ist die Kirmes abgesagt, und auch in der Innenstadt kämpft man ums Überleben. Archivfoto: Jenal
Attraktionen wie das Riesenrad, das sich zur Kirmes während des Saarfestes in Wehrden drehte, werden dieses Jahr ausbleiben. In Wehrden und in Fürstenhausen ist die Kirmes abgesagt, und auch in der Innenstadt kämpft man ums Überleben. Archivfoto: Jenal
Völklingen. Mit einer Finanzspritze von 5000 Euro aus der Stadtkasse wollte die CDU-Ortsfraktion der Völklinger Kirmes auf die Beine helfen. Daraus wird nichts, aber die Schausteller bemühen sich weiter um ein Begleitprogramm. Bernhard Geber

Kirmesveranstaltungen sind immer weiter auf dem Rückzug. Weil das Saarfest ausfällt, wird es dieses Jahr auch keine Kirmes in Wehrden geben. Fürstenhausen wird keine Kirmes erleben, weil sich kein einziger Schausteller beworben hat. In Sachen Geislauterner und Völklinger Herbstkirmes herrscht laut Stadtverwaltung noch "Klärungsbedarf". Und schon bei der Osterkirmes rund ums Neue Rathaus (ab 26. März) werden die Besucher wahrnehmen, dass die traditionelle Festfläche nur noch zur Hälfte gefüllt werden kann.

Unter solchen Vorzeichen wollte die CDU-Fraktion im Ortsrat aus der Stadtkasse 5000 Euro Zuschuss für die Osterkirmes einfordern. Das Geld sollte aus Mitteln kommen, die das Veranstaltungsmanagement im Rathaus ursprünglich fürs Saarfest ausgeben wollte. Doch dieser Vorstoß fand in der Ortsratssitzung am Dienstagabend keine Resonanz bei den anderen Fraktionen. SPD-Sprecher Klaus Hilgers meinte, von einem solchen Zuschuss sei keine nachhaltige Wirkung zu erwarten. Zudem hätten Ortsvorsteherin Monika Roth (parteilos) und CDU-Fraktionssprecher Uwe Steffen ein Vorgespräch mit den Schaustellern im Alleingang geführt.

Hier war es um ein Begleitprogramm zur Osterkirmes gegangen. Vertreter der Schausteller waren nun auch zur Ortsratssitzung gekommen. Heinrich Dörks teilte als ihr Sprecher mit, was er und seine Kollegen vorhaben: Zur Eröffnung am Samstag soll eine Blaskapelle spielen, und es soll Freibier für Erwachsene und Osterhasen für Kinder geben.

Ran ans Goldene Ei


Am Ostersonntag sollen Kinder quer durch die Schaugeschäfte auf Suche nach Osternestern gehen. Am Montag soll irgendwo auf dem Platz das Goldene Ei, gefüllt mit Fahrchips, zu finden sein. Am Dienstag soll der Jahrmarkt mit einem Kindertag mit ermäßigten Kirmes-Preisen verbunden werden. Am Donnerstag ist Familientag mit halben Fahrpreisen angesagt. Fürs anschließende Wochenende seien die Schausteller mit den Wirten im Gespräch, "um ein Fest zu machen".

Der Umfang des Möglichen hängt laut Dörks, schon beginnend bei der Menge des Freibiers, von den verfügbaren Geldquellen ab. Die CDU hatte von "Anschubfinanzierung" gesprochen. Dörks bekräftigte diese Sichtweise: "Wenn der Kirmesplatz wieder gefüllt ist, brauchen wir auch die 5000 Euro nicht mehr." Zumindest die 300 Euro für die Blaskapelle hat Ortsvorsteherin Roth nach eigenen Angaben bereits bei Kultur-Fachdienstleiter Karl-Heinz Schäffner gesichert.

Brigitte Kölbl, Marktmeisterin im Rathaus, berichtete im Ortsrat unter anderem, dass für drei Tage Herbstkirmes Standgeld in gleicher Höhe wie für neun Tage Osterkirmes zu entrichten sei. "Die Marktordnung muss so geändert werden, dass man den Schaustellern entgegenkommt", fasste Roth als gemeinsames Ziel zusammen.