Junge Müllsammler finden ekelhaften Dreck

Junge Müllsammler finden ekelhaften Dreck

„Picobello“ sollte keine Eintagsfliege bleiben. Hoffnungsvoll war eine Müllsammel-Aktion rund um Schulen gestartet. Doch nach ekelhaften Funden wie vollen Windeln haben jetzt die Kinder aufgegeben.

Völklinger Kinder haben das Einsammeln von Müll im Umfeld ihrer Schulen aufgegeben. Sie hatten nämlich nicht erwartet, dass sie auf solch Ekel erregende und gesundheitsgefährdende Dinge stoßen: Neben gebrauchten Papiertaschentüchern, Essensresten, Tüten mit verschimmeltem Brot fanden sich in der Landschaft unter anderem auch Toilettenpapier nach der Verwendung und volle Windeln. Zudem wurde Sperrmüll entdeckt wie Kühlschränke, Kinderfahrzeuge und Matratzen.

"Es ist schier unfassbar, was verantwortungslose Menschen alles in die Büsche werfen", fasst Werner Michaltzik, Vorsitzender des Völklinger Sicherheitsbeirates, zusammen. Von diesem ehrenamtlichen Gremium war die Initiative für das Engagement der Schülerinnen und Schüler ausgegangen. Die jungen Leute stellten nun auf ihren ersten Sammelgängen "haarsträubende Verhältnisse" fest, die sie auf Fotos festhielten und mit einem Begleitbrief an den Sicherheitsbeirat schickten. Mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium, der Hermann-Neuberger-Gemeinschaftsschule und der Gemeinschaftsschule Sonnenhügel hatte der Sicherheitsbeirat zum neuen Schuljahr ein Projekt gestartet, bei dem Schülerinnen und Schüler freiwillig das Gelände rund um ihre Schulen regelmäßig von Müll und Abfall frei halten wollten. Mitglieder des Sicherheitsbeirates hatten im Frühjahr die Flächen gesichtet und als zumutbares Feld für die jungen Leute eingeordnet. Michaltzik: "Leider hat sich der Zustand der öffentlichen Grünflächen über Sommer derart zum Schlechten verändert, dass sich die Gutwilligen nicht mehr für das Projekt begeistern konnten."

Drastisch verschlechtert

Der Sicherheitsbeirat habe nun die Stadtverwaltung gebeten, auf den betroffenen Flächen an Stadion-, Lortzing- und Heinestraße sowie entlang des Fußweges zwischen Heine- und Stadionstraße eine umfassende Reinigungsaktion zu starten. Anschließend würden die Teilnehmer am Projekt "Sauberes Schulumfeld" entscheiden, ob sie das Müllsammeln wieder aufnehmen.

Michaltzik, bis zu seiner Pensionierung Polizeichef in Völklingen , hatte erst kürzlich an die Bürger appelliert, Müllsünder persönlich anzusprechen und in groben Fällen anzuzeigen (die SZ berichtete).