Jugendarbeit in Völklingen zeigt Wirkung

Jugendarbeit in Völklingen zeigt Wirkung

„Schutzraum“ nennen die Streetworker einen festen Anlaufpunkt für Jugendliche in der Bismarckstraße, zu dem Druck von außen und Probleme keinen Zutritt haben. Er wird sehr gut angenommen wie auch die Beratungen der Kinderbetreuungsbörse.

Als sich der 20-jährige Frank K. (Name geändert) erstmals beim SOS-Jugenddienst Völklingen meldete, war er ohne Arbeit und obdachlos. Einer vermittelten Notschlafstelle in Saarbrücken kehrte er den Rücken. In Zusammenarbeit mit Franks Vater gelang es, ihn wieder in die bestehenden Sozialsysteme zurückzuführen. Ein Girokonto wurde eröffnet, ein Antrag auf Arbeitslosengeld II gestellt. Zusammen mit einem Streetworker suchte er eine Wohnung. Sein nächstes Ziel ist es, eine Ausbildung zu finden, um langfristig wieder selbst für sich sorgen zu können.

Die Geschichte von Frank schildern Mitarbeiter des SOS-Kinderdorfs Saarbrücken in ihrem Bericht an den Stadtratsausschuss für Kinder, Jugend und Soziales. Mit ihrem Wohnmobil sind die Streetworker zu den Brennpunkten unterwegs. Seit Juli 2012 ist ein fester Anlaufpunkt für junge Leute mit Problemen in der Bismarckstraße hinzugekommen. "Die Räume werden sehr gut angenommen", erklärte Sozialpädagoge Patrick Stutz den Stadtverordneten am Mittwochnachmittag im Neuen Rathaus. Er sprach von einem "Schutzraum", in dem sich die jungen Leute ohne Druck von außen unterhalten und entspannen könnten.

Er und seine Kollegin Jana Keller sind auch Ansprechpartner für Anwohner und Geschäftsleute, die sich durch das Verhalten junger Menschen im öffentlichen Raum gestört fühlen. Derartige Beschwerden hat es aber im Berichtszeitraum 2013/2014 nicht mehr gegeben, sagen die Sozialpädagogen . "Unsere präventive Arbeit zeigt Wirkung", glaubt Stutz. Ein Problem bleibt allerdings: In Völklingen , berichtete Stutz, sei es schwer, Unterkünfte für obdachlose Jugendliche zu finden.

Neben dem Projekt "Aufsuchende Jugendsozialarbeit" unterstützt die Stadt auch die Kinderbetreuungsbörse Völklingen finanziell. Deren Mitarbeiter beraten Eltern, vermitteln Betreuungspersonen, informieren über Qualifizierungskurse und klären Babysitter, Leihopas und Kinderfrauen über ihre Rechte und Pflichten auf. Im ersten Halbjahr 2014, berichtete Projektleiterin Lisa Weber, wurden in Völklingen 208 Beratungen durchgeführt. Im Sommer ist die Einrichtung in die Poststraße 5-9 umgezogen.

Während der Sitzung im Neuen Rathaus stellten auch Mitarbeiter des Diakonischen Werkes an der Saar den Sachstand bei den Beschäftigungsmaßnahmen am Völklinger Nordring vor (wir haben bereits berichtet).

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