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Neues Seniorenheim geplant
Jubiläumsfest mit großen Zukunftsplänen

Der neue Ministerpräsident des Saarlandes, Tobias Hans (CDU) – erste Reihe, Zweiter von links – absolvierte beim Festakt im Altenheim St. Josef seinen ersten Auftritt in Völklingen.
Der neue Ministerpräsident des Saarlandes, Tobias Hans (CDU) – erste Reihe, Zweiter von links – absolvierte beim Festakt im Altenheim St. Josef seinen ersten Auftritt in Völklingen. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Völklingen. Auf dem Gelände neben dem Alten- und Pflegeheim St. Josef in Völklingen soll ein dreigeschossiger Neubau errichtet werden, der über 120 Senioren Platz bietet. Der Startschuss zu dem 15-Millionen-Euro-Projekt soll 2019 fallen. Von Carolin Merkel

Die Zahlen im Bereich der Pflegebedürftigkeit, erklärte Tobias Hans (CDU), frisch gewählter Ministerpräsident des Saarlandes, seien für alle eine Herausforderung. „Heute haben wir im Saarland etwa 38 000 Pflegebedürftige, im Jahr 2050 rechnen wir voraussichtlich mit 63 000 Menschen, die der Pflege in unserem Bundesland bedürfen“, sagte er bei den Jubiläumsfeierlichkeiten im Alten- und Pflegeheim St. Josef in Völklingen – bei seinem ersten Auftritt als Landes-Chef in der Hüttenstadt.


Dort feierte man am Sonntag gleich zweifach Jubiläum. Zum einen gedenken die Waldbreitbacher Franziskanerinnen in diesem Jahr gemeinsam mit der Marienhaus-Unternehmensgruppe der 150. Wiederkehr des Tages, an dem die ersten Ordensschwestern von Mutter Rosa Flesch nach Völklingen entsandt wurden. Zum anderen jährt sich der Bau des ersten Gebäudes, damals mitten im Ortszentrum, zum 125. Mal. Anlass genug, um in einem Gottesdienst in der St. Eligius Kirche in Völklingen – dort, wo die Erfolgsgeschichte der Ordensschwestern im zweiten Anlauf begann – und auch in einer Feierstunde in der Einrichtung St. Josef zu feiern.

Zurückschauen, aber zugleich den Blick in die Zukunft richten, das hatten sich alle Redner zur Aufgabe gemacht. Dieser Blick in die Zukunft, betonte Hans, sei überaus wichtig. Vor allem die Mitarbeiter in der Pflege, die schon heute großem Druck ausgesetzt seien, dürfe man nicht aus den Augen verlieren. „Wir brauchen die generalisierte Ausbildung von Kranken- und Altenpflege, aber wir brauchen auch mehr Pflegekräfte“, betonte er in seinem Grußwort.

Besonders über die Botschaft, dass sich das Haus mit einem Ersatzneubau erneuern wird, freute sich der Ministerpräsident sehr. Und es war sicherlich auch für alle Anwesenden die schönste Botschaft des Tages, die gemeinsam von den Waldbreitbacher Franziskanerinnen und den Mitgliedern der Marienhaus-Stiftung an die Öffentlichkeit getragen wurde.

Zunächst, auch das gehört zu einem Doppeljubiläum dieser Größenordnung dazu, unternahm Schwester Marianne Meyer einen Ausflug in die Geschichte. Die begann vor 150 Jahren, der erhoffte Erfolg der Ordensschwestern, sagte sie, stellte sich nicht ein. „Das Bemühen war vergeblich, die Schwestern im Knappschaftskrankenhaus waren unerwünscht, heute würde man dazu Mobbing sagen“, erzählte die Vertreterin des Ordens. 1885 wurden sie nach Waldbreitbach zurückgerufen.



Aber Aufgeben war keine Option:  Nach der Rückkehr nach Völklingen im Jahr 1892 gründeten d Franziskanerinnen in der Kirchengemeinde St. Eligius eine Nähschule, ein Waisenhaus, kümmerten sich um Alte und Kranke und bauten so das Angebot in Völklingen immer weiter aus.

Dieser Ausbau, das klare Bekenntnis zum Standort Völklingen, sagte Heinz Jürgen Scheid, Vorsitzender des Vorstandes der Marienhaus-Stiftung, werde im kommenden Jahr mit dem Ersatzneubau weitergeführt. Auf dem Gelände neben dem Alten- und Pflegeheim, gleich neben dem Grundstück zum ehemaligen Krankenhaus, soll ein dreigeschossiger Neubau errichtet werden, der 126 Regelplätze vorhält. Die Bewohner werden in Wohnbereichen leben, einer davon wird auf demenziell erkrankte Patienten ausgerichtet sein. „Der Startschuss zu dem 15-Millionen-Euro-Projekt fällt im Jahr 2019“, verkündete Scheid.

Froh über das Engagement der Marienhaus-Unternehmensgruppe zeigten sich Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) und Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD). Und Axel Lindemann, Einrichtungsleiter von St. Josef, verlieh seiner Vorfreude auf den Ersatzneubau noch einmal kräftig Ausdruck. „Wir haben seit 1892, als unser erstes Altenheim an den Start ging, die Aufgabe übernommen, die Menschen bestmöglich zu versorgen. Deshalb freue ich mich, dass wir bald ein neues Haus mit einem offenen Kommunikationsbereich für Bewohner und Bürger im Erdgeschoss haben werden, aber auch das Wohngemeinschaftskonzept umsetzen werden. Die Bauplanung ist weit vorangeschritten“, sagte der Einrichtungsleiter und lud nach diesem „Ausflug in die Zukunft“ zu einem Umtrunk „in die Gegenwart“ ein.

Blick aufs heutige Altenheim St. Josef. Ein Neubau soll das Gebäude ersetzen.
Blick aufs heutige Altenheim St. Josef. Ein Neubau soll das Gebäude ersetzen. FOTO: Bernhard Geber