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Kolumne
Jetzt kommt die Zeit der Abenteuer

Kommentarkopf Ulrike Paulmann
Kommentarkopf Ulrike Paulmann FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die Sommerferien nahen. Und der Nachwuchs kann es kaum erwarten. Schade eigentlich, dass man als Erwachsener nicht mehr ganz so euphorisch auf die kommenden Wochen blickt. Von Ulrike Paulmann

Wie das Älterwerden die Wahrnehmung verändert – leider. Dieser Gedanke kam mir dieser Tage, als ich mich in das neue Kinderferienprogramm vertiefte. Früher, als Kind, da waren die Sommerferien stets ein glückseligmachendes Ziel. Eines, auf das wir monatelang hinsteuerten. Uns wie verrückt auf die lange Freizeit freuten, auf die schönen Stunden im Urlaub und mit den Freunden im Freibad (das es längst nicht mehr gibt) und auf so viele Abenteuer mehr.


Heute, als Erwachsene und Mutter, entwickeln sich auf meiner Stirn dagegen manchmal kleine Schweißperlen, wenn ich an die sechs Wochen ohne Schule, ohne „Geregeltes“, denke. Und an das Kind, das sich so, wie ich damals, voller Erwartung auf diese spannende Zeit freut und ja keine Langeweile haben will. Enttäuschung soll und darf es nicht geben.

Gut deshalb, dass es Ferienprogramme gibt. Und nein, nicht nur, weil das elterliche Berufsleben ja auch in den Ferien zumindest stückweise weitergehen muss, während der Nachwuchs frei hat. Sondern auch und vor allem, weil solche Angebote den Kindern ganz besondere Erlebnisse bescheren, die sie so sonst vielleicht nicht machen würden.

Die einen blühen auf, wenn sie sich im Reiterstall wie ihre Stars Bibi und Tina fühlen dürfen, die anderen machen vielleicht einen ihrer ersten, aufregenden Ausflüge oder Freizeiten ohne Eltern. Und wieder andere finden es spitze, mal mit Gleichaltrigen zu kochen oder etwas zu basteln. Das erweitert nicht nur den Horizont – sondern macht auch einfach riesigen Spaß. Und lässt einen, auch später im durchgetakteten Erwachsenenleben, gern an diese unbeschwerte, tolle Zeit zurückdenken.