Innenstadt soll lebenswerter werden

Innenstadt soll lebenswerter werden

Völklingen. Im Völklinger Innenstadtdreieck zwischen Post-, Rathaus- und Bismarckstraße macht der Stadtumbau bereits deutliche Fortschritte. Nun hat die Stadtverwaltung auch für anschließende Teile der Innenstadt ein Konzept erarbeiten lassen (siehe "Hintergrund")

Völklingen. Im Völklinger Innenstadtdreieck zwischen Post-, Rathaus- und Bismarckstraße macht der Stadtumbau bereits deutliche Fortschritte. Nun hat die Stadtverwaltung auch für anschließende Teile der Innenstadt ein Konzept erarbeiten lassen (siehe "Hintergrund"). Die Vorschläge wurden am Dienstagabend von Karsten Schreiber vom Isoplan-Marktforschungsinstitut (Saarbrücken) bei einer Bürgerversammlung im Stadtteilforum in der Bismarckstraße vorgestellt.Es geht hier um ein Bündel von 19 Maßnahmen, die im Zeitraum bis 2016 umgesetzt werden könnten. Die Gesamtkosten werden laut Schreiber auf an die 13 Millionen Euro geschätzt, von denen rund drei Millionen Euro bereits durch Förderzusagen gedeckt seien. Hauptzielrichtung ist laut Schreiber, den "derzeit schlechten Ruf der Innenstadt" zu verbessern. Dies sei nicht nur eine Sache der Werbung, sondern auch ganz handfester Maßnahmen vor Ort. Schreiber: "Es muss wieder in werden, in der Innenstadt zu wohnen."Zunächst einmal laut Isoplan durch Stärkung des Gemeinschaftsgefühls, Quartier- und Stadtteilfeste, Zusammenarbeit zwischen städtischem Projekt-Management und Hausbesitzern. Weiter durch Anlegung eines "Geschichtspfades", eines Rundweges entlang historischer Bauten mit Schildern und Erläuterungen. In diesem Zusammenhang könne auch der älteste Stadtteil rund um die Grät als "Wiege Völklingens" stärker in Szene gesetzt werden. Dem Isoplan-Institut missfällt, dass in der Innenstadt "noch alles aufs Auto ausgerichtet" sei. Schreiber regte an, so genannte Shared-Space-Zonen ("mit Gleichbehandlung aller Verkehrsteilnehmer") in der Bismarck-, Post-, Rathaus- und Moltkestraße einzurichten. In Wohnstraßen könne die Fahrbahnbreite reduziert werden, was auch mehr Grün erlaube.Isoplan regt auch an, den Otto-Hemmer-Platz "verstärkt den Fußgängern zu geben" und den dortigen Pavillon zu einer Markthalle auszubauen. Der benachbarte Hindenburgplatz sei "riesig", biete auch noch genug Platz für Autos, wenn er durch Bäume und eine Terrassierung gestaltet werde. Die mache es angesichts des derzeitigen Gefälles auch den Schaustellern leichter, ihre Fahrgeschäfte aufzubauen.Die "wunderschöne" evangelische Versöhnungskirche, so Schreiber weiter, wirke innerhalb der Bebauung "eingesperrt". Um sie herum könne eine "Grünraum-Oase" entstehen. Ein unter Platanen liegender dreieckiger Teil des Schulhofes in der Bergstraße könne zu einem Begegnungsplatz des Quartiers umgewandelt werden. Der Schulhof könne zu einem Treffpunkt für Kinder und Jugendliche werden. Für Jüngere gebe es insgesamt zu wenig Bewegungsraum in der Innenstadt, so Schreiber.Besonders schlimme Störfaktoren im Stadtbild sind laut Schreiber die Unterführung Richtung Weltkulturerbe ("ein Angstraum") und der "überdimensionierte" Straßenknoten Bismarckstraße - B 51. Hier empfiehlt das Institut sogar den "Rückbau", sprich Abriss. Im Anschluss an den Vortrag entspann sich eine engagierte Diskussion, in der auch mehr Sauberkeit und Ordnung angemahnt wurden. Bürgermeister Wolfgang Bintz versprach Beschwerdeführer Lothar Geisinger (24), mit ihm einen Rundgang zu unternehmen. "Es muss wieder in sein, hier zu wohnen."Karsten Schreiber, Isoplan

HintergrundInnerhalb des Bund-Länder-Programms Stadtumbau West ist von den Instituten Isoplan-Marktforschung und INIK-Institut für Industriekultur ein Teilräumliches Entwicklungskonzept für die Innenstadt erarbeitet worden. Das Untersuchungsgebiet umfasst sowohl das Dreieck Rathausstraße, Poststraße und Bismarckstraße als auch den nördlichen Bereich, der von der Etzelstraße, Blumenstraße und Hohenzollernstraße umgrenzt wird. In dem Konzept werden Ziele bis zum Jahr 2016 festgelegt. er

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