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In Völklingen Künstlern bei "Kunst in Aktion" zugeschaut

Künstlern über die Schulter schauen und selbst an die Staffelei treten : Ein bisschen Montmartre in der City

Bei „Kunst in Aktion“ ließen sich Künstler über die Schulter schauen.

Es war wie eine große Freilicht-Galerie mitten in der Stadt, die erste „Kunst in Aktion“ am vorigen Freitag auf dem Völklinger Adolph-Kolping-Platz, die gewissermaßen auch optimistische Akzente setzte. „Hier ist es ja so schön wie in Paris“, freut sich die achtjährige Idil, eine kleine Modebewusste mit viel Selbstvertrauen. Sie stellt sich an die Staffelei, zaubert den Eiffelturm auf die Leinwand und freut sich am sommerlichen Ambiente. Jenny Ungericht, als VHS-Direktorin im Ausrichterteam, überzeugt zwei Beinahe-Erwachsene, sozusagen „harte Jungs mit Goldkettchen und weißen Hemden“, zum Mitmachen. In der Tat finden einer von ihnen: „Es  ist toll,  dass hier jedermann seine eigene Kunst ausleben kann.“

Und schon malen die Weißhemden an den ihnen zugewiesenen Staffeleien ansprechende Acyrl-Phantasien. Bilder, die den Veranstaltern geschenkt werden. „Die trocknen über das Wochenende auf meinem Schreibtisch im alten Rathaus, und dann denken wir über die Verwendung nach“, so die VHS-Leiterin.

In der Tat erinnert das Kunst-Rondell auf dem Kolpingplatz an eine Mini-Ausgabe der Pariser  Straßenkunst-Szene. „Lag auch in unserer Absicht“, sagt Natalie Bender von der „PhantaBaki“ (Phantastische Bastelkiste, Kunstschule für Kinder und Erwachsene) Völklingen. PhantaBaki gehört, wie die VHS und der Völklinger Verein KulturGut, zu den Ideengebern und Ausrichtern. Man spürt hohes Interesse – vielleicht auch bedingt durch die öden Lockdown-Zeiten –  hauptsächlich von Kindern, aber auch von etlichen Jugendlichen und Erwachsenen an der „Kunst  in Aktion“. Bender: „Schon beim Aufbau haben die Kinder viele Fragen gestellt und um 14 Uhr standen sie pünktlich auf der Matte“, – um mit Künstlern zu diskutieren, mitzumachen, auszuprobieren. Etwa bei Evelyn Bachelier, Kunstdozentin, die mit ihren farbenprächtigen Gemälden schon viel Sommer, Sonne, Optimismus in die Stadt gebracht hat. Bei Karin Karrenbauer-Müller lernen Interessierte, wie man Papier schöpft und zu interessanten Gebilden formt.

Mit Horst Reinsdorf, der 1974 als Autodiktat begann und heute ein anerkanntes Atelier im Völklinger Stadtteil Luisenthal besitzt, fachsimpelt das Publikum über die Kunst der Aquarell-Malerei. Eva Schmidt steuert ein riesiges Acryl-Gemälde unter den Augen der Besucher bei. Die geometrische Ornamentik in ansprechenden Farbgittern von Joachim Ickrath findet ebenso Beachtung wie seine Ausführungen zum Werk selbst, von der Grundierung bis zur finalen Fertigstellung.

Es würde den Platz sprengen, alle Künstler einzeln zu würdigen. Erwähnenswert auch die Musik eines spontan hinzu gekommenden Gitarrenduos, die Akkordenonklänge von Gregot Icelis, die Drehorgel-Musik von Janik Meier oder die Standup-Kunst von Heike Laub – gelungene Beigaben, die noch einmal an laue Sommerabende am Pariser Montmartre erinnern. Während im Hintergrund der Kunstveranstaltung im Rahmen der 1200-Jahr-Feier Völklingens die VHS-Mitarbeiter Anne Bartel und Peter Fixemer für das Gelingen sorgen. Begünstigt vom Wettergott übrigens, wie Bertraum Sauder, Vorsitzender des Mitausrichters KulturGut, später schmunzelnd erklären wird:  „Minuten nach dem Abbau begann das Gewitter.“

Die teilnehmenden Künstler waren: Evelyn Bachelier, Nadja Bender, Michael Dorscheid, Karin Karrenbauer-Müller, Joachim Ickrath, Horst Reinsdorf, Eva Schmidt, Christel Traut, Gregor Icelis, Heike Laub, Janik Meier sowie  spontan Hinzugekommene.