In Völklingen haben zu Weihnachten auch Kinderbetreuerinnen Dienst

Arbeiten an Weihnachten : Fest-Frühschicht für die Pädagogin

Nicht jeder hat über Weihnachten frei. In vielen Berufen sind auch Feiertage Arbeitstage. Auch für Ramona Kiefer, Leiterin des Kinderhauses Sterntaler an den Völklinger SHG-Kliniken.

Viele Firmen und Behörden bleiben über Weihnachten geschlossen. An den Völklinger SHG-Kliniken hingegen läuft der Betrieb auch während der Feiertage weiter. Ärzte, Krankenschwestern und -pfleger haben Dienst, Küche und Rezeption sind besetzt, das Reinigungspersonal ist im Einsatz.

Väter und Mütter mit kleinen Kindern versuchen den Dienst so zu legen, dass sie über die Weihnachtstage frei haben. Das klappt meistens, aber nicht immer. Und nicht jeder hat Großeltern in der Nähe, die sich ums Enkelkind kümmern können. „Dann sind wir da“, sagt Ramona Kiefer (40), die Leiterin des SHG-Familienhauses Sterntaler.

Das Ziel der klinikeigenen Kinderbetreuung: den Mitarbeitern den Rücken frei halten, auch an Feiertagen und Wochenenden. Neben der Regelbetreuung für Kinder unter drei Jahre gibt es eine flexible, bedarfsorientierte Betreuung für Jungs und Mädchen bis 14 Jahre. Unterstützt wird Diplom-Pädagogin Kiefer von sieben Tagesmüttern.

In diesem Jahr wird das Angebot auch an Weihnachten genutzt. Am 25. Dezember hat sich Ramona Kiefer um die eineinhalbjährige Mila gekümmert. Deren Mutter arbeitet in der Pflege. Der Dienst ist für die Familienhaus-Chefin kein Problem.  „Natürlich feiert man lieber zuhause. Aber ich finde das nicht schlimm“, sagt Kiefer, „wir machen es uns hier gemütlich.“

Und wie läuft dann ein Weihnachtsfeiertag ab? In aller Frühe gegen 5.30 Uhr wird Mila gebracht. Danach darf sie erst mal weiterschlafen. „Das klappt ganz gut“, weiß Ramona Kiefer. Als Kind der Regelbetreuung kennt sich Mila  in der umgebauten alten Villa direkt neben dem Krankenhaus aus.

Gegen 7.30 Uhr wird dann gefrühstückt. Das weitere Programm hängt davon ab, wozu Mila gerade Lust hat. Das Mädchen und ihre Betreuerin füttern das Meerschweinchen, spielen, backen oder basteln. Bei schönem Wetter schnappen die beiden während eines Spaziergangs frische Luft. Vielleicht schaut man auch bei Kiefers Kollegen im Krankenhaus vorbei und plaudert ein bisschen.

Nach dem Mittagessen legt sich das Kind dann noch mal hin. Der Mittagsschlaf ihres Schützlings bietet Ramona Kiefer Gelegenheit, ein bisschen aufzuräumen oder Büroarbeit zu erledigen. „Dann kommt auch schon die Mama“, berichtet die Pädagogin. Gegen 14.15 Uhr verabschiedet sich Mila von ihrer Betreuerin. Dann hat auch die Leiterin des Familienhauses Feierabend.

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