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In Völklingen gibt es mehrere Angebote die Kommunion nachzufeiern

Kommunionsfeier : Kein „Weißer Sonntag“ wie gewohnt

Kommunionen sind aber im Dekanat Völklingen in kleinen Gruppen möglich, ebenso Hochzeiten. Für Beerdigungen bleiben Regeln.

Etwa 54 500 katholische Christen gehören zum Dekanat Völklingen, das auch die Pfarreien in Großrosseln, Püttlingen, Riegelsberg und Heusweiler umfasst. Corona machte und macht es nicht gerade einfach, den Kontakt zu den Menschen zu halten. Über Probleme, vor allem aber über die langsam wieder zunehmenden Möglichkeiten und Chancen, sprach die SZ mit Dechant Franz-Josef Werle (auch Pfarrer in Riegelsberg), dem Völklinger Pfarrer Thomas Weber, Pastoralreferentin Ursula Korn (unter anderem für Heusweiler zuständig) und Pastoralreferent Christoph Morgen, neben anderem auch für das Kirchenmobil im Einsatz.

Die Enttäuschung unter Eltern und Kindern sei groß gewesen, nachdem die Kommunionsfeiern abgesagt wurden. So war schließlich die Frage: „Was können wir jetzt anbieten?“ Im Endergebnis haben die Eltern nun drei Möglichkeiten. So könnten sie die Kommunion ein Jahr verschieben, bisher wird diese Möglichkeit allerdings kaum genutzt. Auch die zweite Option, nämlich eine individuelle Erstkommunion im Rahmen eines normalen Gottesdienstes mit Eucharistiefeier, werde bisher wenig wahrgenommen.

Die allermeisten Eltern, die sich bisher schon zurückgemeldet haben, würden der dritten Möglichkeit den Vorzug geben: Eine Kommunion in einer Kleingruppe, mit zum Beispiel fünf Kindern und je zehn Verwandten. Die genaue Anzahl kann dabei variieren und hängt auch von der Größe der jeweiligen Kirche ab. Werle betont: „Wir sind den Eltern gegenüber so offen wie möglich, kommen ihnen bei Termin und Ort entgegen.“ Ursula Korn ergänzt: „Wir tun von unserer Seite alles, um den Kindern ein fröhliches Fest zu ermöglichen.“

Klar sein müsse allerdings auch, dass Erwartungen, es werde alles „wie früher“ sein, nicht erfüllt werden können – einen Einzug mit Musikkapelle und große Kindergruppen vor dem Altar werde es leider nicht geben. Beim Betreten und Verlassen der Kirche gilt nach wie vor Maskenpflicht, während des Gottesdienstes – mit Abstand zwischen den Familien – ist sie nicht zwingend vorgeschrieben. In Riegelsberg wird die erste dieser „kleinen Kommunionsfeiern“ am 20. Juni sein, die weiteren folgen bis in den September.

Durch die vielen zusätzlichen Gottesdienste bedeutet das auch eine Menge Arbeit für Pfarrer und Gemeindereferenten im ganzen Dekanat, „aber das ist jetzt halt so“, nimmt es Werle sportlich. Die Eltern hätten auch Verständnis für die ungewöhnliche Situation.

Unabhängig von den Kommunionen gebe es allerdings die Kritik, warum in manchen Kirchen derzeit keine Gottesdienste gefeiert werden. Das liege aber ganz einfach daran, dass insbesondere große Kirchen und Hallenkirchen bessere Möglichkeiten für Schutzmaßnahmen und den geforderten Mindestabstand bieten.

Einschränkungen müssen auch die Trauernden hinnehmen, denn die Trauerhallen sind nach wie vor tabu und es gibt nur klein Wortgottesdienste vor den Hallen. Aber Pfarrer Werle sieht auch das Positive: „Die Feiern sind sehr intensiv, und sie sind persönlicher.“ Deutlich weniger persönlich – was alle bedauern – waren noch bis vor kurzem die Kondolenzgespräche nur am Telefon, und so sind alle froh, dass seit 2. Juni wieder persönliche Gespräche möglich sind und man den Menschen wieder ins Gesicht sehen kann; „die persönliche Ansprache“, so Werle, „ist ja immer ganz, ganz wichtig“.

Auch Trauungen, sagt Pfarrer Thomas Weber, seien wieder mit Einschränkungen möglich. Ein Mitwirken der Brautleute auch im Hinblick auf den Sicherheitsaspekt ist dabei sehr willkommen: „Die Brautleute können vorab die Listen der teilnehmenden Personen zur Verfügung stellen“ – um gegebenenfalls Ansteckungswege erkennen zu können. Nach vier Wochen werden die Listen vernichtet. Überhaupt das Private: Ausgehend von der Frauenkirche im Dekanat sollen im Sommer Online-Schulungen angeboten werden, wie man zu Hause, im privaten Rahmen, Gottesdienste gestalten kann.

Das noch junge Kirchenmobil, schildert Christoph Morgen, ist inzwischen auch wieder im Einsatz, zum Beispiel auf Wochenmärkten. Auf Ankündigungen verzichte man derzeit noch bewusst, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Doch über kurz oder lang soll auch wieder bekanntgegeben werden, wo die Kirche mit dem Auto zu den Gläubigen kommt.

Pfarrer Thomas Weber Foto: mr Foto: Marco Reuther
Pastoralreferentin Ursula Korn Foto: Marco Reuther
Pastoralreferent Christoph Morgen Foto: mr Foto: Marco Reuther

www.dekanat-voelklingen.de