Immer noch kein Dach überm Kopf

Dorf im Warndt. Bei der Frage nach ihren Wünschen mussten die Jugendlichen des Warndtdorfs nicht lange überlegen: Sie hätten gerne Räume, in die sie sich bei schlechtem Wetter zurückziehen können, ohne die Nachbarn zu stören. "Man kann nirgendwo hin", klagte ein Junge beim Bürgergespräch in der Warndtschenke

Dorf im Warndt. Bei der Frage nach ihren Wünschen mussten die Jugendlichen des Warndtdorfs nicht lange überlegen: Sie hätten gerne Räume, in die sie sich bei schlechtem Wetter zurückziehen können, ohne die Nachbarn zu stören. "Man kann nirgendwo hin", klagte ein Junge beim Bürgergespräch in der Warndtschenke.

Auf Einladung des Ortsrats diskutierten am Mittwoch rund 20 Bürger über die Situation der jungen Leute im Ort. Seit über drei Jahren stehen die Jungs und Mädchen auf der Straße. Nach der Übernahme des ehemaligen Schulhauses durch die Cura-Med Süd-Warndt Klinik mussten sie ihrem bisherigen Jugendzentrum (Juz) in der Forststraße den Rücken kehren. Eigentlich war ein neuer Treff bereits beschlossene Sache. Im Bereich der Mehrzweckhalle sollte ein Container-Domizil aufgestellt werden. Aufgrund brandschutztechnischer Probleme, hieß es damals, wurde das Projekt gestoppt.

Am Ende der rund einstündigen Diskussion war klar: Die Jungs und Mädchen werden auch in diesem Winter kein Juz-Dach über dem Kopf haben. Im Ort stehen keine geeigneten Räume zur Verfügung. Aber es gibt Licht am Ende des Tunnels. "Es ist ein kleines bisschen Hoffnung da", versicherte Ortsvorsteher Gerhard Laggai. Für ein Container-Domizil wurden Mittel beim europäischen Leader-Programm beantragt.

Doch auch mit dieser Förderung, so erläuterte Bürgermeister Jörg Dreistadt, muss die Gemeinde noch 25 000 bis 30 000 Euro aufbringen. Frühestens nächstes Jahr, so der Verwaltungschef, könnten Haushaltsmittel für das Projekt bereit gestellt werden.

Ein Junge brachte eine Alternative ins Spiel. Er schlug vor, einen Teil der Container des auslaufenden Kindergartens in Naßweiler für die Jugendlichen des Warndtdorfs zu reservieren. "Der Gedanke ist nicht schlecht", sagte Dreistadt. Womöglich lässt sich einer der gemieteten Container nach dem Auszug der Kinder günstig erwerben.

Die konstruktive Gesprächsrunde zeigte auch: Die Jugendlichen sorgen sich um ihren Ruf. Immer wieder werden sie als "Assis" abgestempelt. Dagegen wehren sich die jungen Leute: Nicht jede Scherbe auf der Straße stamme von ihnen. Und für die Sünden früherer Jugendgenerationen wollen sie sich auch nicht verantwortlich machen lassen.

Die Runde empfahl den jungen Leuten, das Gespräch mit den älteren Bürgern des Warndtdorfs zu suchen. Zum Beispiel im Park, dort kommt es immer wieder mal zu Konflikten.

Gelegenheit zum Dialog bietet sich wohl schon bald. Bei der geplanten Umgestaltung der Grünanlage sind die Jugendlichen eingeladen, kräftig mit in die Hände zu spucken. "Es ist ein kleines bisschen Hoffnung da."

Ortsvorsteher Gerhard Laggai