HSG will Wölfe heulen lassen

Durch den Heimsieg am vergangenen Samstag gegen Mundenheim hat es die HSG Völklingen nun in eigener Hand: Ein weiterer Sieg bei den Merziger „Wölfen“ morgen – und die Mannschaft bleibt in der Handball-Oberliga.

"In diesem Spiel kommt richtig viel zusammen", sagt Berthold Kreuser mit Blick auf den nächsten Spieltag in der Handball-Oberliga. Für seine HSG Völklingen geht es am morgigen Samstag um 19.30 Uhr zum HSV Merzig-Hilbringen . Obwohl beide Mannschaften den Klassenverbleib noch nicht geschafft haben, glaubt der Trainer, dass die Tabellensituation eine untergeordnete Rolle spielen wird. Er verweist auf das Hinspiel, in dem Völklingens Torhüter Thore Quarz in der letzten Szene einen Siebenmeter hielt und der HSG einen 31:30-Erfolg bescherte.

"Das Derby ist immer eine heiße Angelegenheit. Und mit den Emotionen und Protesten, die es nach dem Hinspiel gegeben hat, wird es dieses Mal sicherlich noch brisanter, als es ohnehin schon ist", sagt Kreuser. Auf ihrer Internetseite verkünden die Merziger "Wölfe ", dass die Thielsparkhalle morgen brennen wird. "Ich glaube, dass es dieser Satz gut auf den Punkt bringt. Für uns wird es definitiv schwerer als in der Hinrunde", erklärt Kreuser. Erschwerend komme für die HSG hinzu, dass die personellen Rahmenbedingungen nicht die besten seien.

Neben den Langzeitverletzten Niklas Louis (Nasenbeinbruch) und Nicolas Balthasar (Kreuzbandriss) muss Kreuser möglicherweise auf weitere Leistungsträger verzichten: Thomas Jung kämpft mit einer Verletzung an der Ferse, Stefan Müller plagen Knieprobleme. Kreuser gibt sich dennoch kämpferisch: "Es kann sein, dass wir stark dezimiert auflaufen müssen. Trotzdem wollen wir den nächsten Sieg holen und damit den Klassenverbleib perfekt machen." Das ist möglich, weil die HSG am vergangenen Samstag einen Sensationssieg feierte. Als Dorian Vallet mit seinem Siebenmeter das 28:27 besorgte, gab es für die Handballer der HSG Völklingen kein Halten mehr. Als der Franzose den Treffer warf, war die Uhr abgelaufen und Völklingen hatte Tabellenführer VTV Mundenheim besiegt. "Ich habe einfach überhaupt nicht nachgedacht und wollte den Ball einfach nur rein machen", erzählt der Rückraumspieler und ergänzt: "Wir haben die ganze Zeit an den Sieg geglaubt und nie aufgehört zu kämpfen. Das war eine super Mannschaftsleistung." Dass es die HSG dem Spitzenreiter schwer machen würde, wurde schnell klar. Die Gastgeber präsentierten sich auf Augenhöhe und gingen nach acht Minuten erstmals in Führung (5:4).

Da Mundenheim die niedrige Fehlerquote der HSG aber noch toppte, drehten die Gäste das Ergebnis wieder zu ihren Gunsten. Sie gingen über 9:8, 13:10 und 16:12 mit einer 17:15-Führung in die Pause. Nach dem Seitenwechsel erzielte der zweite Franzose im Trikot der HSG, Mathieu Geoffroy, innerhalb weniger Minuten vier Tore, sodass die Völklinger mit 21:19 in Führung gingen. Geoffroy wurde mit elf Toren bester Werfer der Partie. Keine der Mannschaften konnte sich absetzten, das Spiel stand Spitz auf Knopf. Mundenheim führte drei Minuten vor Schluss mit 26:27. Alexander Saunus glich aus. Den nächsten Angriff der VTV wehrte HSG-Torhüter Quarz ab. In buchstäblich letzter Sekunde holte Völklingens Kapitän Pascal Simon den Siebenmeter heraus, mit dem Vallet für die Entscheidung sorgte.

Vier Spieltage vor Saisonende steht die HSG Völklingen mit 24:28 Punkten auf Tabellenplatz zehn. Daher reicht noch ein Sieg für den Klassenverbleib. Und den wollen die Völklinger am morgigen Samstag beim HSV Merzig-Hilbringen feiern.