Holocaust-Zeitzeuge zu Gast im Warndt-Gymnasium

Holocaust-Zeitzeuge zu Gast im Warndt-Gymnasium

Geislautern. Beinahe 60 Jahre lang hatte Menachem Kallus über seine Kindheitserlebnisse in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen geschwiegen. Im Jahre 2001 schrieb das entsetzliche Geschehen auf und veröffentlichte das Unfassbare in Form des Buches "Als Junge im KZ Ravensbrück"

Geislautern. Beinahe 60 Jahre lang hatte Menachem Kallus über seine Kindheitserlebnisse in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen geschwiegen. Im Jahre 2001 schrieb das entsetzliche Geschehen auf und veröffentlichte das Unfassbare in Form des Buches "Als Junge im KZ Ravensbrück". Die eigenen Erfahrungen und Gefühle nur über das Medium Buch zu vermitteln, schien Kallus jedoch bald als zu unpersönlich, so dass er seine schriftlich niedergelegten Erinnerungen in der folgenden Zeit durch Vorträge ergänzte. Vor allem den Jugendlichen und Heranwachsenden möchte er nahelegen, allen Mitmenschen stets so gegenüberzutreten, dass sich ein menschenverachtendes und brutales Regime wie das der Nationalsozialisten niemals wiederholen kann. Mit dieser Botschaft kam der mittlerweile 76-jährige Überlebende des Holocaust an das Geislauterner Gymnasium und versetzte die Schüler der zehnten Klassen in eine Zeit, die diese nur aus den Geschichtsbüchern kennen. Begleitet wurde er von seiner Schwester Emmy Abel und seiner Schwägerin Alice Hoffmann, die maßgeblichen Anteil an der Entstehung des Buches hatte und bei der Verständigung zwischen dem (englisch sprechenden) Autor und dem Publikum half.Offen und geduldig ging Menachem Kallus in der abschließenden Diskussion auf alle Beiträge und Fragen ein, so dass sich ein reger Austausch zwischen dem Israeli und den Warndtgymnasiasten entwickelte. "Ich finde es bewunderswert, dass Herr Kallus so frei und ohne Hass über seine Erfahrungen spricht", bemerkte eine Schülerin der zehnten Klasse. Ein Kamerad hob vor allem die Anschaulichkeit des Vortrags hervor: "Das ist Geschichte zum Anfassen, und diese Geschichtsstunde werde ich bestimmt so schnell nicht vergessen." red

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