Hoffnung für Kita St. Eligius

Das lange erwartete Signal für eine Erweiterung der Kindertagesstätte St. Eligius in der Völklinger Innenstadt ist gekommen. Das saarländische Bildungsministerium stellt nach eigenen Angaben 801 000 Euro bereit.

"Wir hatten schon fast die Hoffnung aufgegeben", sagt Pastor Thomas Weber. Nun zeichnet sich doch ein Durchbruch im jahrelangen Ringen um die Zukunft der katholischen Kindertagesstätte St. Eligius in der Völklinger Innenstadt ab. Die erste Nachricht hatte die SPD-Landtagsfraktion , wie bereits am Samstag gemeldet, am Freitagnachmittag herausgegeben. Die Völklinger SPD-Landtagsabgeordnet Christiane Blatt erklärte dort wörtlich: "Die Kindertagesstätte St. Eligius in Völklingen hat für ihren Umbau und die Erweiterung von Bildungsminister Ulrich Commerçon Zuwendungen in Höhe von 801 000 Euro erhalten."

Diese Formulierung war etwas vorschnell, aber Jürgen Renner, Pressesprecher des Bildungsministeriums, versicherte unserer Zeitung gestern: "Der Bescheid dürfte die Stadt in den nächsten Tagen erreichen." Die Stadt ist nämlich bei dem Kindergartenprojekt Bauträger. Die Zuschusssumme, so Jürgen Renner, könne dann je nach Baufortschritt angefordert werden.

Stadt-Pressesprecher Uwe Grieger antwortete noch gestern auf die SZ-Frage zur Finanzierung: "Nur der Eigenanteil der Stadt steht seit 2012 zur Verfügung." Damals, im August 2012, hatte die Stadt den ersten Zuschussantrag für das seinerzeit auf über vier Millionen Euro geschätzte Projekt beim Bildungsministerium gestellt. Dieser blieb - wie auch ein im April 2014 nachgeschobener Kompromissvorschlag mit einer kleineren Lösung - dann bisher ohne Bescheid.

Entscheidung für große Lösung

Auf die Frage, wann und unter welchen Voraussetzungen die Stadt startbereit sei, sagte gestern Pressesprecher Grieger: "Nach Eingang der Zuwendungsbescheide von Land und Regionalverband wird die Ausführungsplanung begonnen." Damit blieb zunächst einmal offen, wie weit frühere Planungen, die den Bau einer Container-Spiellandschaft an Stelle des (abzureißenden) Kolpinghauses einschließen, weiter verfolgt werden.

Im im Mai 2015 vorgestellten Vorschulentwicklungsplan des Regionalverbandes für den Zeitraum von 2015 bis 2017 war auch ein Ersatzneubau der Stadt Völklingen für St. Eligius ("1,9 Millionen Euro , 20 Krippen-, 50 Kita-Plätze") aufgeführt. Diese Angaben lehnten sich an den bereits genannten Kompromissvorschlag von 2014 an. Doch der ist offenbar vom Tisch. Laut Jürgen Renner befürwortet das Bildungsministerium nun eine deutlich größere Lösung mit (wie bisher) 75 Kindergartenplätzen in drei Gruppen und zusätzlich 22 neuen Krippenplätzen in zwei Gruppen. "Wir haben das geprüft, und das macht Sinn", sagte der Ministeriums-Sprecher.

Dieses Konzept entspricht dem, was sich der Kindergartenträger, die katholische Kita gGmbH, wünscht. "Alle Beteiligten bemühen sich, eine gute Lösung zu finden", sagte Monika Zils, Gesamtleiterin für insgesamt zehn katholische Kindergärten in Völklingen und Großrosseln, gestern. Von den 75 Plätzen in St. Eligius seien derzeit alle belegt. Obwohl Skeptiker bereits gewarnt hatten, dem Kindergarten drohe - auch wegen des baulichen Zustands - die Schließung.

Pastor Thomas Weber nannte gestern den Umbau und die Erweiterung "ein ganz wichtiges Projekt für Völklingen ", obwohl es nur noch wenige katholische Kinder im Kern der Innenstadt gebe. In dieser Kindertagesstätte in der Stadtmitte werde, in Nähe der Menschen, Integration praktiziert und gelebt.

Bistum steht zu Zuschuss

Weber bekräftigte, das Bistum Trier halte seinen zugesagten Zuschuss weiter bereit. Laut Stadtverwaltung sind dies 271 000 Euro . Es ist bereits seit längerem vereinbart, dass die Stadt das Grundstück mit Kolpinghaus und Kindertagesstätte für 181 000 Euro von der Kirchengemeinde kauft. Die Verwaltung schätzt dann die Kosten für Abriss des Kolpinghauses und Sicherung der Nachbargiebel auf 350 000 Euro .