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Hochbetrieb beim Völklinger Frühlingsmarkt

Frühling : Hochbetrieb beim Völklinger Frühlingsmarkt

Zehntausende Besucher aus der gesamten Region kamen gestern in die Hüttenstadt. Das Programm ließ keine Wünsche offen.

Frei nach Goethe: „Fehlt an Farbe es im Revier, nimmt man heraus geputzte Menschen dafür.“ Und die kommen, gestern zum Frühlingsmarkt rund um die Eligiuskirche, in Giftgrün, Knallgelb oder Rizzerot. Als Osterhase oder mit turmhohen Frisuren, etwa bei „Coiffure Moderne“, verkaufen dazu bunte Cocktails für die SZ-Aktion „Hilf-Mit“. Der Zauberer Ludwinkus, angezogen wie ein Paradiesvogel, knetet dem dreieinhalbjährigen Lukas ein buntes Äffchen auf Luftballonbasis. Mama Gabi Belles freut sich mit dem Junior, und sagt: „Dieser Markt ist toll. Am besten gefallen mir der schöne  Blumenmarkt und das große Angebot für die Kinder.“ Der Nachwuchs weiß gar nicht: erst in die Springburg, ins Kindertheater, oder ins bewegliche Piratenschiff?

„Uns hat der Hunger hergetrieben“, bekennen Ursel und Heinz Renno. Kein Problem! Würste in allen Variationen bruzzeln auf großem Rost. Weinproben werden angeboten von Mosel, Rhein, Saar, Nahe,  aus dem Elsass. Überhaupt die Elsass-Lothringer:  Appetitlich aussehende Salami, Schinken, Käseprodukte, „Latwerge wie früher“, auch Quedscheschlägeli genannt, Confiture de Mirabelle haben die Frauen mit Haube und ihre Mannsleut mit Beret im Angebot.

„Oh je, die Figur“, stöhnt Marga Donnevert. Kein Problem, denken sich Uschi Lehnert/Helmut Kloos beziehungsweise Johannes Albert/Meggie Maas. Drehen den Rock’n’Roll  rund um einen Asphaltdeckel, während Frontmann Knut Peter der Band „Big Wave & The Bandits“  im Outfit der Presleyjahre „Tutti frutti“ zum Besten gibt. „Bop bopa a lu a whop bam boo“ singen wir mit. Wir, das sind geschätzte Zehntausend, vielleicht auch mehr, die den Frühlingsmarkt Völklingen in Verbindung mit dem verkaufsoffenen Sonntag plus einer Autoshow mit renommierten Marken zu einem Besuch der Hüttenstadt nutzen. „Bin beeindruckt von diesem  selten guten Besucherandrang, ein guter Tag für die Stadt“, findet Michael Röther, Modekaufmann und Investor, der in Völklingen einen großen Modepark auf dem eingeebneten Gelände des ehemaligen Kaufhofes eröffnen will.  „Wir sind auch angenehm überrascht von dieser bestens organisierten Veranstaltung“, sagen Monika und Horst Klären aus Siebeldingen/Südliche Weinstraße, die das Wochenende zu einem Ausflug an die Saar genutzt haben. Auch wenn nicht alle Geschäfte sich am verkaufsoffenen Sonntag beteiligt haben, die mitmachen, wirken zufrieden: „Die Stadt ist voll, die Leute kommen rein und informieren sich gezielt. Wir haben allen Grund, zufrieden zu sein“, sagt Norbert Degen, Inhaber eines Reisebüros.

Froh wirken auch die Kinder  Frieda und Veronika Gimmler aus Saarbrücken: Mit Hilfe des Dachdeckermeisters Dieter Weiland aus dem Hunsrück hämmern sich die zwei Mädchen aus einem Stück Schiefer ein wunderschönes Herz heraus. Ein Ostergeschenk für Mama und Papa? „Wird nicht verraten.“ Unterm Strich bot sich den Besuchern des Völklinger Frühlingsmarktes, den grauen Wolken zum Trotz, ein prallbuntes Fest, sogar mit Fernwehcharakter, waren doch in der Poststraße geräumige Wohnmobile der Marke „Bin dann mal weg!“ ausgestellt. Und fanden großes Interesse bei Gilbert Gressung: „Das wär was für die Familienreise ans Nordkap.“ Soweit wollen wir jetzt überhaupt denken, finden doch bereits am kommenden Sonntag in der Hüttenstadt Völklingen die Frühkirmes, der Mittelaltermarkt im Schlosspark Geislautern, der „Michel aus Lönneberga“ als Theateraufführung in Wehrden und in den kommenden Wochen weitere schöne Veranstaltungen statt.