Hipos mit doppelter Schlagkraft

Die Stadt Völklingen hat jetzt acht Überwacher auf der Piste. Die Zahl der Knöllchen hat sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Damals waren zeitweise nur drei Hipos im Einsatz.

Das Risiko, sich als Verkehrssünder in Völklingen einen Strafzettel einzufangen, hat sich verdoppelt. Dies zeigt ein Blick in die Zahlen des Kommunalen Ordnungsdienstes. Von Januar bis einschließlich 20. März 2016 erhielten insgesamt 5500 Sünder ein Knöllchen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres - durchgezählt bis zum 20. März - wurden dann bereits 9513 Falschparker erwischt. Zusätzlich ertappte man auch noch 1607 Sünder im so genannten fließenden Verkehr - im Wesentlichen Zu-Schnell-Fahrer.

Die Ursache für diese Zunahme liegt auf der Hand: Im vergangenen Jahr hatte die Stadt Völklingen zeitweise sogar nur drei Hilfspolizisten auf der Piste. Nun ist ein weiterer wieder verfügbar, und zudem wurden auf einen Schlag vier neue Kräfte eingestellt. "Wir haben kräftig zugelegt seit Oktober 2016", sagt Herbert Mailänder, Chef der Truppe. "Und die Leute sind sehr fleißig."

Die mittlerweile acht Leute arbeiten grundsätzlich in Zweier-Teams - zwecks Beweissicherung, aber auch zu ihrem Schutz. "Wir erleben nämlich, dass Hilfspolizisten beleidigt, bedroht, sogar tätlich angegriffen werden", sagt Bürgermeister Wolfgang Bintz (CDU), für die öffentliche Ordnung in Völklingen zuständig. Die reguläre Dienstzeit reicht montags bis freitags von sieben bis 20 Uhr. In begründeten Fällen - vorher muss auch der Personalrat gefragt werden - gibt es Sonderaktionen an Samstagen und Sonntagen. Dies ist zum Beispiel bei Spielen des 1. FCS in Völklingen, an Fastnacht oder bei großen Flohmärkten der Fall.

Ziel von Bintz und Mailänder ist es, "drei Teams ständig auf der Straße zu haben" - zur Parkkontrolle und für Geschwindigkeitsmessungen. Ein viertes Team wird benötigt, um die ganze Bandbreite der Aufgaben des Kommunalen Ordnungsdienstes abzudecken. Dazu gehören Ermittlungen wegen wilder Müllablagerungen und im Stadtbild abgestellter Schrottautos, Abschlepp-Aktionen, Feststellung von Adressen, Überprüfung von Beschwerden über Hunde und Nachforschungen, wenn Kinder ständig nicht zur Schule kommen.

Zwei Teams arbeiten auf Frühschicht von sieben bis 15.30 Uhr. Um 11.30 Uhr stoßen dann die zwei Teams von der Mittagsschicht (bis 20 Uhr) hinzu. Mailänder macht regelmäßig Einsatzbesprechungen, lässt aber auch den einzelnen Mitarbeitern Spielraum: "Die sehen ja selbst vor Ort, wo es gerade am nötigsten ist." Schwerpunkt der Einsätze sind nach wie vor das so genannte Innenstadtdreieck um Bismarck-, Rathaus- und Poststraße ("mehrmals täglich") und das untere Wehrden. Aber auch die anderen Stadtteile stehen auf dem (natürlich nicht zur Veröffentlichung bestimmten) Plan. Der zudem so flexibel ist, dass die Hipos auch auf Beschwerden und aktuelle Vorfälle reagieren. So ging es nach dem Unfall mit vier Schwerverletzten in der Hauptstraße am 11. März prompt nach Lauterbach. Die Feststellungen liefen aber darauf hinaus, dass Rasen nicht die Regel ist. "In der einen Stunde, die wir haben, bis sich die Kontrolle endgültig über Radio herumgesprochen hat, haben wir drei, vier Verstöße registriert", berichtet Mailänder. Bintz hat gerade eine Beschwerde aus der Hauptstraße in Geislautern erreicht. Dort sind nur Lkw bis zu 7,5 Tonnen genehmigt, aber es fahren offenbar immer mehr Schwerlaster durch, seit die Raffineriestraße teilweise gesperrt ist. Schwierigkeit dabei: Die Hipos sind nicht berechtigt, Fahrer anzuhalten und zu kontrollieren. Deshalb wird Bintz die Polizei um Unterstützung bitten.

Finanziell ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei den neuen Hipos noch nicht durchgerechnet, doch laut Bintz ergibt sich bereits eindeutig ein "Gewinn an Sicherheit. Ohne die Hipos hätten wir hier nur noch Wildwest." Der verstärkte Hipo-Einsatz zeitigt übrigens auch einen gewissen Lerneffekt bei den Autofahrern: Im Januar wurden noch 5166 Verstöße protokolliert. Diese Zahl ging im Februar auf 3612 und bis zum 20. März auf 2342 zurück.

Zum Thema:

Was Parkverstöße derzeit kosten Parken auf Sonderparkplatz für Bewohner 10 Euro; Parken im absoluten Haltverbot: 15 Euro; Parken im eingeschränkten Haltverbot 15 Euro; Parken auf Sonderparkplatz für Schwerbehinderte 35 Euro; Parken in Feuerwehrzufahrt 35 Euro; Parken auf Sperrfläche 25 Euro; Parken auf Gehweg 20 Euro; Parken auf Gehweg mit Behinderung 30 Euro; Parken in Fußgängerzone 30 Euro, Parken auf Sonderfahrstreifen für Omnibusse 15 Euro; Parken ohne Parkschein 10 Euro; Überschreiten der auf dem Parkschein angegebenen Parkzeit je nach Länge zwischen 10 und 30 Euro.