Dort, wo der Pfeffer wächst: Her mit dem rosa Zeug

Dort, wo der Pfeffer wächst : Her mit dem rosa Zeug

Drei Körner direkt in den Mund, und schon flogen die Funken. Aber der Dealer hatte noch viel mehr zu bieten.

Ich war dieser Tage wieder beim Pfefferdealer. Der hat seinen Gewürzladen in einer anderen Stadt, also spare ich mir zu sagen, wer es ist. Susi, eine Freundin, hatte mir am Abend vorher rosa Pfeffer über mein Steak gestreut, was dann auch gleich beim ersten Bissen sämtliche Pläne für den nächsten Tag in den Hintergrund verschwinden ließ. Hauptsache war nur noch, an dieses himmlische rosa Zeug zu kommen.

Das gab es zwar schon einen Laden vorher im Hundert-Gramm-Pack zum Kennenlernpreis, aber zum Dealer sind wir trotzdem, weil der noch so viel anderes zu bieten hat: Kubebenpfeffer zum Beispiel. Ist die Nase zu, beißt man auf ein Korn, und schon schießen ätherische Öle den Schnupfen in den Wind. Ich habe mir gleich mal zehn Gramm gekauft, das ist schon eine ganze Menge.

Der Dealer schwitzte da bereits vor lauter Tütchen packen mit unseren Wünschen. Ein rauschartiges Gefühl hatte sich unter uns breit gemacht. Susi war ganz hin und weg vom Voatsiperifery, der seltenste Pfeffer der Welt aus Madagaskar, der so schwer zu kriegen ist, weil er nur wild wachsen kann. Der Dealer wollte gerade erzählen, was für eine Arbeit es ist, den zu ernten, rief Susi „zehn Gramm“ schon mit leicht glasigen Augen, „und ich auch“, rief ich gleich hinterher.

Das wird ein Riesengeschäft, dachte sich da der Mann und zückte dann auch noch seinen rosa Pfeffer unter der Ladentheke hervor. Susi musste grinsen, und dann machte er was, wovon ich bisher gedacht hatte, dass mich das direkt ins Krankenhaus befördern würde: Er nahm mit einem Schäufelchen drei Körner und ließ sie in meine Hand fallen.

„Direkt in den Mund damit“, und peng tanzten Funken wild auf meinen Geschmacksknospen herum. Tja, und jetzt habe ich sogar schon ein Tütchen bei der Arbeit dabei.

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