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Helfer, Ratgeber und Vermittler in einem

Helfer, Ratgeber und Vermittler in einem

Wenn jemand körperlich, geistig oder psychisch nicht mehr fähig ist, seine Angelegenheiten selbst zu regeln, kann per Gerichtsbeschluss ein rechtlicher Betreuer bestellt werden. Wie das geht, war am Freitag in der Völklinger Kreppstraße zu erfahren: Die Fördergemeinschaft katholischer Betreuungsvereine hatte zum Tag der offenen Tür eingeladen.

Seit 20 Jahren kümmert sich die Fördergemeinschaft katholischer Betreuungsvereine darum, in Völklingen und Umgebung ehrenamtliche Betreuer zu vermitteln, zu beraten und zu unterstützen. Am Freitag hat der Verein Jubiläum gefeiert, mit einem Tag der offenen Tür.

Dabei werden die Besucher nicht nur informiert, sondern auch unterhalten. Pantomime, Zauberei und Handmassagen stehen auf dem Programm. Und eine Ausstellung wird eröffnet. "Zwei wie wir . . .", heißt die Bilderreihe, für die sich zwölf ehrenamtliche Betreuer und deren Betreute fotografieren ließen. Die Schnappschüsse sind auch in einem Kalender zusammengefasst. Zu einem selbst gewählten Motto, das zur Beziehung passt, setzten sich die Paare in Szene. Anette Aurnhammer, hauptamtliche Mitarbeiterin des Fördervereins, drückte auf den Auslöser. Betreuer und Betreute "ziehen an einem Strang", "gehen auf die Schnerr" oder "nehmen kein Blatt vor den Mund".

Waltraud Kurt und ihr Schützling sind mit Wasserpistolen zu sehen. Ihr Slogan: "Wir schießen uns aufeinander ein." Kurt ist ehrenamtliche Betreuerin und Vorsitzende der Fördergemeinschaft. Zu Beginn, erklärt sie, war die Beziehung zu dem betreuten Senior schwierig. Der von Schmerzen geplagte Mann war unzufrieden. Das änderte sich jedoch nach einer Operation: Mit den Schmerzen war auch die schlechte Laune verschwunden. Heute verstehen sich die beiden prima. "Wir haben ein herzliches Verhältnis", sagt Waltraud Kurt.

skfm-vk.de

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Fördergemeinschaft katholischer Betreuungsvereine im Regionalverband Saarbrücken hat ihren Sitz in der Völklinger Kreppstraße 1 (Tel. (0 68 98) 29 55 07). Dort koordinieren die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen Irmgard Wagner und Anette Aurnhammer nicht nur die Arbeit der Ehrenamtlichen. Jeder Bürger kann sich hier informieren, auch betreuende Familienangehörige finden ein offenes Ohr. Weit über 900 Beratungen über Betreuung und Vorsorgevollmacht haben Wagner und Aurnhammer 2013 durchgeführt. 176 Betreuungen haben Vereinsmitglieder ehrenamtlich übernommen. Gefördert wird die Arbeit vom Regionalverband und vom saarländischen Sozialministerium. Ende 2013 zählte der Verein 184 Mitglieder. tan