Heiße Titeljagd im kühlen Nass

Bei den Kurzbahn-Saarlandmeisterschaften in Völklingen wurden von Freitag bis Sonntag die besten saarländischen Schwimmer ermittelt. Mit dabei: Olympia-Teilnehmer Andreas Waschburger, WM-Starterin Marlene Hüther und viele Talente, die den beiden nacheifern.

Draußen geriet man bei mehr als 20 Grad fast ins Schwitzen. Drinnen staute sich sowieso die Hitze. Und auch im Becken des Völklinger Stadtbads ging es am vergangenen Wochenende bei den vom Schwimmverein Völklingen ausgerichteten Kurzbahn-Saarlandmeisterschaften der Schwimmer heiß her. Die 34 Einzel- und fünf Staffel-Entscheidungen boten drei Tage lang packende Rennen.

Etwa am Sonntag über 100 Meter Brust der Damen, als Maxine Piller vom SC Blieskastel zeitgleich vor Caroline Utzig vom ATSV Saarbrücken den Sieg holte. Wenig später hatte Piller selbst denkbar knapp das Nachsehen, als ihr über 100 Meter Freistil gerade mal sechs Hundertstel auf die siegreiche Luisa Winkler von den SF St. Ingbert fehlten. Ganz eng wurde es auch über 200 Meter Lagen der Männer: Mit 0,1 Sekunden Vorsprung schnappte sich Nico Perner vom SC Illingen vor Clubkollege Daniel Kober einen von sieben Saarlandmeister-Titeln im Einzel - der 17-Jährige war damit erfolgreichster Starter in Völklingen .

Auf große Erfolge kann auch Andreas Waschburger blicken - allerdings im Freiwasser und über längere Distanzen. Der Olympia-Achte von 2012 wagte sich ins Völklinger Becken und gewann am Freitag die 200 Meter Schmetterling. Für den 28-Jährigen aus Saarbrücken stand der Trainingsaspekt im Vordergrund. "Es geht für ihn jetzt darum, an Geschwindigkeit zuzulegen. Das hier ist eine gute Gelegenheit. Nach seinem großen Trainingspensum war die Leistung auch sehr ordentlich", sagte Landestrainer Hannes Vitense. Nach der verpassten direkten Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 muss Waschburger in Form kommen, um sich gegen die nationale Konkurrenz noch einen deutschen Startplatz für die Spiele in Rio de Janeiro zu sichern. "Es ist noch lange hin. Ich bin aber zuversichtlich, dass ich es packe", sagte Waschburger.

Anders war die Gemütslage bei Marlene Hüther (Zweibrücken). Die 17-jährige, die bei der Weltmeisterschaft in diesem Jahr in Kazan am Start war, haderte kurz vor der deutschen Kurzbahn-Meisterschaft in Wuppertal noch mit ihrer Form. "Es ist im Moment eine schwierige Phase, obwohl es im Training nicht schlecht läuft. Ich hoffe, dass ich mich noch steigern kann", sagte sie nach ihren 2:19,00 Minuten über die 200 Meter Lagen frustriert - trotz des Sieges vor Sarah Bosslet aus St. Ingbert, die sich zufrieden zeigte. "Ich fühle mich im Moment gut", sagte die 22-Jährige. Sie untermauerte ihre Einschätzung mit fünf Saarlandmeister-Titeln.

Für Nick Werner (Zweibrücken) hatte sich der Start über 1500 Meter Freistil schon deshalb gelohnt, weil der 14-Jährige mit Waschburger ins Becken ging: "Ich finde es toll, dass er hier schwimmt. Olympia ist das Größte, was man erreichen kann." Auch ein anderer Olympionike wäre in Völklingen gerne geschwommen, doch Christoph Fildebrandt war erkältet. Einer, der bald in diesen Kreis eintreten möchte, ist der neue Fünffach-Saarlandmeister Daniel Korber. "Tokio 2020 ist ganz klar mein Ziel", sagt der 18-Jährige. Er ist nicht das einzige saarländische Talent, das über großes Potenzial verfügt. > Ergebnisse: siehe Zahlen