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Heidstocker lassen Brandopfer nicht alleine

Heidstocker lassen Brandopfer nicht alleine

Nach dem Brand in der Schachtstraße hat eine Welle der Hilfsbereitschaft eingesetzt. Die CDU übergab nun 2244 Euro an betroffene Familien.

Am Mittwoch war es genau zwei Monate her, dass sich das Leben von zwei Familien auf dem Heidstock abrupt änderte. Eine Rauchsäule, die quer über der Stadt zu sehen war, kündigte das große Unglück an: Das Haus in der Schachtstraße, in dem sie wohnten, brannte lichterloh. Die Familien Zayen und Zender waren zum Zeitpunkt des Brandes nicht im Haus, wodurch glücklicherweise keine Menschen zu Schaden kamen. Doch von einem auf den anderen Tag waren sie quasi obdachlos und hatten keinen Hausstand mehr.

Hier zeigte sich eine große Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft seitens der Völklinger Mitbürger. Eine der vielen Spendenaktionen, die gestartet wurden, um den Familien schnelle und unbürokratische Hilfe zu leisten, kam von der Heidstocker CDU. Deren Vorsitzende Eleonore Seewald und ihr Stellvertreter Stefan Rabel überreichten Manel Zayen und Nasunda Zender am Mittwoch im Hotel Heidstock 2244 Euro, von denen jeweils die Hälfte an die beiden Familien geht.

Die zwei Frauen freuten sich sehr über das Geld, das sie für weitere kleinere Anschaffungen nutzen möchten. Sehr rührend sei es, dass "gerade in diesen hektischen Zeiten so viel Hilfe gezeigt wird", sagte Manel Zayen. Nasunda Zender fügte hinzu: "Auch diese positiven Emotionen müssen verarbeitet werden." Weitere schnelle Hilfe kam beispielsweise von der Stadt Völklingen, vom Diakonischen Werk, vom Deutschen Roten Kreuz und von den Schulen und Kitas.

Familie Zender ist direkt gegenüber des abgebrannten Hauses, in dem sie sechs Jahre lang wohnten, bei der befreundeten Familie Kliebhan untergebracht. "Das war die beste Option", sagte sie. Familie Zayen wohnt derzeit ebenfalls bei Freunden - ebenfalls mit Blick auf die Überreste ihrer alten Wohnung. Das sei besonders für die Kinder hart, "weil sie von ihrem Zimmer aus direkt darauf schauen können". Sie wohnten erst seit sieben Monaten in dem Anwesen.

"Die Spendenbereitschaft zeigt, dass doch nicht so eine soziale Kälte herrscht, wie man immer denkt", freute sich Stefan Rabel. Initiiert habe man den Aufruf bereits kurz nach dem Brand, "damit sie das, was sie brauchen, auch rasch kaufen können", erklärte Eleonore Seewald. In der Gesamtsumme ist auch der Erlös einer Sammelaktion, die die Arbeitsgemeinschaft Heidstock während des dortigen Weihnachtsmarktes startete.

Dass das Leben trotzdem irgendwie weitergeht und seinen gewöhnlichen Lauf nimmt, wurde Familie Zender bei einem eigentlich normalen Vorgang schmerzlich bewusst. Sperrmüll aus der verbrannten Wohnung nahm der örtliche Abfallentsorger nicht an, weil durch Brandrückstände Giftstoffe enthalten seien. So musste sie die ehemaligen Möbel und weiteres zu einer Müllverbrennungsanlage fahren - was mehrere Hundert Euro kostete.

Zum Thema:

Ein Versehen Ursache des Brandes war laut Polizei eine versehentlich eingeschaltete Herdplatte. Durch die Flammen kam es zu einem so genannten Flashover, der Fensterscheiben zerbersten ließ.