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Hat der Wochenmarkt in Völklingen eine Zukunft?

Hat der Wochenmarkt Zukunft? : Stammkunden halten Völklinger Markt die Treue

Macht der Völklinger Wochenmarkt heutzutage noch einen Sinn? Wir haben am Mittwochmorgen Kunden und Händler gefragt.

Mittwochvormittag auf dem Wochenmarkt: Die Sonne knallt vom Himmel. Gegen elf Uhr zeigt das Thermometer 29 Grad im Schatten. Immerhin: Die Bäume vorm Neuen Rathaus spenden etwas Schatten. Wir haben uns bei Besuchern und Händlern umgehört. Macht ihnen die Hitze zu schaffen?

„Bis jetzt geht es noch“, sagt Doris Bauer. Sie weiß aber: Beim Einpacken in der Mittagshitze wird der Schweiß fließen. „Die Eier gehen immer“, berichtet die Händlerin aus Illingen. Um die Ware macht sie sich keine Sorgen. Sie liegt im Schatten. Ihre Stammkunden halten Bauer bei jedem Wetter die Treue, auch wenn‘s heiß ist. Margit Dittrich ordert 20 Eier aus Freilandhaltung. „Ich kaufe sie nur hier“, versichert die Besucherin aus Wehrden. Sie legt Wert auf frische Produkte. Schnell sind die mitgebrachten Schachteln gefüllt. Macht fünf Euro. Dankeschön! Mit dem Angebot auf dem Markt ist Dittrich zufrieden.

Heinz-Erich Puhl vom Völklinger Sonnenhügel hat bereits Eier und Wurst in seine Einkaufstasche gepackt. Jetzt sucht er noch große Champignons. „Es wird eigentlich immer weniger“, erklärt er mit Blick auf das Markt-Angebot. Ihm persönlich fehlt aber nichts.

„Alles da, was man braucht“, meint Besucherin Maria Pabst. Der eben gekaufte Zuckerhut wird zuhause in den Garten gepflanzt. Die Hitze stört die Püttlingerin nicht. „Wir sind froh, dass Sommer ist“, sagt sie, „ein bisschen Regen würde allerdings nicht schaden.“

Die Händler wappnen sich nicht nur mit Getränken gegen die Gluthitze. „Wir sind Profis“, sagt Holger Barbian. Der Standbetreiber, Spitzname Paul, ist schon viele Jahre im Geschäft. Ein Ventilator sorgt bei ihm für Abkühlung. Auch Hund Bruno macht die Hitze offensichtlich wenig zu schaffen. Während sich der Jack Russell die Sonne auf den Bauch scheinen lässt, erfrischt sich Tochter Angelina mit einer Cola. Das Obst und Gemüse, dass Barbian anbietet, kam am Morgen gekühlt auf den Verkaufstisch. Der Händler aus Saarlouis versucht, nur soviel Ware mitzubringen, wie er auch verkaufen kann. Und wie hat sich der Umsatz in den letzten Jahren entwickelt? Barbian möchte sich nicht beklagen. Mal läuft es besser, mal läuft es schlechter. Klar ist für ihn aber: Die goldenen 80er Jahre sind vorbei.

 Markthändlerin Doris Bauer aus Illingen baut auf ihre frischen Eier aus Freilandhaltung.
Markthändlerin Doris Bauer aus Illingen baut auf ihre frischen Eier aus Freilandhaltung. Foto: BeckerBredel
 Holger Barbian aus Saarlouis verkauft schon seit langem in Völklingen Obst und Gemüse.
Holger Barbian aus Saarlouis verkauft schon seit langem in Völklingen Obst und Gemüse. Foto: BeckerBredel

„Die Nachfrage nimmt ab“, stellt Standbetreiberin Ulrike Hussain fest. Ihre Erklärung: Die ältere Generation stirbt weg, und die jüngeren Leute bestellen lieber im Internet. Egal, ob viel oder wenig Kundschaft: Auf die Geschäftsfrau aus Quierschied wartet noch ordentlich Arbeit. Der Abbau des 30 Meter langen Standes mit Damenoberbekleidung dauert rund zwei Stunden. Schwester und Schwägerin werden da mit anpacken.