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Hartmut Grossmann aus Hostenbach fördert seit 60 Jahren Basketball

Menschen im Regionalverband : Sportsmann im Dienste des Basketballs

Hostenbacher Hartmut Grossmann steckte 60 Jahre lang Tatkraft und Ideen in seine Lieblingssportart. Mit Erfolg.

Als ausgerechnet aus einer Hobby-Fußballmannschaft heraus der erste Völklinger Basketballverein gegründet wurde, war Hartmut Grossmann als junger Mann dabei.  Mit Horst Kassel und Gerhard Wolter rief er 1962 den Verein „Wacker 62“ ins Leben. Damit begann für Grossmann eine Karriere als Spieler, Trainer, Sportfunktionär und Betreuer der deutschen Mädchen-Basketballteams, mit denen er 473 Länderspiele in ganz Europa bestritt und zu 21 Europameisterschaften reiste.

Beim Deutschen Basketballbund war Grossmann zuständig für die U16- und U18-Teams. Den größten Erfolg holte die U18 im Jahr 2018 mit dem Gewinn der Europameisterschaft. Damit verbunden war die Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Bangkok.

„Dort lief es nicht so gut, zwei Spielerinnen erlitten Kreuzbandrisse, wir wurden gerade einmal Dreizehnte“, sagt Grossmann mit Blick auf sein letztes großes Turnier. Damit endete das Nationalmannschaftsengagement des 79-Jährigen.

„Der Sieg bei der EM war für mich der Höhepunkt. Dort hatte ich schon entschieden, danach aufzuhören. Nach Bangkok habe ich die Mädchen dann noch einmal begleitet. Heute bin ich noch Spielleiter in der Regionalliga Südwest und in der Mädchen-Bundesliga, aber das läuft Ende der Saison ebenfalls aus. Dann bin ich nur noch Zuschauer in Saarlouis bei den Royals und in Völklingen bei den Baskets. Ich freue mich dann, wenn ich in den Gastmannschaften Mädchen entdecke, die ich in den Nachwuchsteams betreut habe. Das sind stets schöne Begegnungen“, sagt der Baskets-Ehrenpräsident, dem so viel an diesem Verein liegt.

1998 entstanden die Baskets aus einem Zusammenschluss der drei Vereine Wacker 62, Racing Ludweiler und TV Geislautern, die damit ihre Basket-Aktivitäten bündelten. Das sei sinnvoll gewesen und habe die Baskets bis in die Regionalliga nach vorn gebracht.

Gerade laufe es nicht so gut, der Verein spiele in der Oberliga im unteren Tabellendrittel, sagt der erste Baskets-Präsident, der immer noch alle Heimspiele verfolgt und es bis heute genießt, einen festen Platz am Spielfeldrand zu haben.

Auch den Verein Racing hatte er gegründet, in Ludweiler und Völklingen war er Trainer. Dann kam eine Auszeit. Von 1974 bis 1980 wechselte der Grund- und Hauptschullehrer aus der Ludweiler Schule nach Chile, wo er an der Deutschen Schule in Vina del Mar unterrichtete. Natürlich gab es in seinen Schulen „Neigungsgruppen Basketball“, und einige der Kinder kamen später in seinen Verein. „Da sind immer welche für Wacker übriggeblieben“, sagt er und wechselte nach und nach aus dem aktiven Bereich in die Funktionärsämter.

Beim Saarländischen Basketballverband war er Sport- und Pressewart, dann über zwei Jahrzehnte Delegationsleiter für den deutschen Nachwuchs der Damen. Bei ihm zu Hause in Hostenbach hängen Teamfotos der Mädchenmannschaften mit Unterschriften, Widmungen und Skizzen. Für das Foto zieht er noch mal den Trainingsanzug des Nationalteams an und schwärmt von der Jugendolympiade in Ungarn oder dem gewonnenen EM-Finale im italienischen Udine.

Im April wird Grossmann 80. Dann steigt er aus, auch aus den letzten Funktionen. Dauergast in den Sporthallen bleibt der Basketball-Förderer auch danach, wenn auch nur noch zum Gucken.