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Freibad-Saison geht zu Ende
„Es war ein sehr guter Sommer“

Immer mittwochs treffen sie sich zum Baden und „Sproochen“ (von links): Ursula Bürtin, Roswitha Schuh und Dietlinde Becker, hier beim Entspannen im Freibad Völklingen.   
Immer mittwochs treffen sie sich zum Baden und „Sproochen“ (von links): Ursula Bürtin, Roswitha Schuh und Dietlinde Becker, hier beim Entspannen im Freibad Völklingen.   FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Schon über 80 000 Gäste kamen ins Völklinger Freibad. Wegen des schönen Wetters endet die Saison erst am 28. September. Von Ulrike Paulmann

10 Uhr ist’s, die Sonne scheint, der Tau liegt noch auf dem Rasen des Völklinger Freibades. Dieser Mittwoch soll ein schöner Spätsommertag mit bis zu 30 Grad werden. Doch „warm“ ist es mit aktuell 15 Grad Außentemperatur nun noch nicht. Doch das macht denen, die hierher gekommen sind, nichts aus. Einige haben ihr Schwimmprogramm sogar schon hinter sich, streben mit noch feuchten Haaren und der Badetasche unterm Arm in Richtung Ausgang.


Für andere geht das Badevergnügen im Völklinger Freibad noch weiter. „Wir sind vorhin gekommen und bleiben immer so zwei, drei Stunden“, erzählt Gregor Horn. Der 66-jährige Klarenthaler steuert mit seiner Frau Christel, 64, regelmäßig, „ein, zweimal die Woche“ das Völklinger Bad an. Der Grund? „Das hier ist ein wunderbares, sehr gepflegtes Freibad“, geben die beiden gut gelaunt am Beckenrand zu Protokoll.

Etwas weiter unterhalten sich drei Frauen angeregt im Wasser. Es wird viel gelacht dabei. Dietlinde Becker (76), Roswitha Schuh (71, beide aus Geislautern) und Ursula Bürtin (68) aus Wehrden sind Stammgäste, kommen jeden Mittwoch – im Sommer ins Frei-, im Winter ins Hallenbad. Zum „Schwimmen und Sproochen“, wie sie sagen.



Wenn’s regnet oder gewittert, lassen sie notfalls mal einen Freibadbesuch sausen, ansonsten ist aber der Mittwoch fest eingeplant. Nach den noch etwas frischen Außentemperaturen gefragt, winken sie nur grinsend ab: „Draußen ist es kälter als im Wasser.“ Das Erlebnisbad Köllerbachtal mögen die drei sehr: „Das ist ein schönes Bad für uns, nicht zu weit weg.“ Es sei gepflegt und man könne gut parken, loben die drei. Ihr Blick auf die bald endende Freibad-Saison: „Sie war gut“, urteilen sie.

Ein Eindruck, den auch Thomas Schneider, Betriebsleiter der Völklinger Bäder, im Gespräch mit der SZ bestätigt. „Es war ein sehr guter Sommer“, sagt der 47-Jährige. Bis Dienstag seien (seit Saisonstart am Pfingstsamstag) über 80 000 Gäste im Freibad gewesen. Hochgerechnet bis zum letzten Öffnungstag am 28. September geht er von einer Zahl „in Richtung 85 000“ aus.

Im Juni war das Freibad an acht Tagen außerplanmäßig geschlossen: Bei Routinemessungen waren Verunreinigungen festgestellt worden, wohl wegen des Starkregens (die SZ berichtete). In diesem Monat wurden 11 711 Besucher gezählt. „Hervorragende“ Besucherzahlen, so Schneider, brachte der Juli: 39 350 Gäste kamen (im Juli 2017 waren es 13 034). „Stark“ findet er das. Und freut sich, dass auch die Schüler in diesem Jahr die Schulferien bei super Wetter im Schwimmbad so richtig genießen konnten. War der 2018-er Sommer gar ein Rekordsommer? Nein, das nicht, sagt er. Aber von einer „guten bis sehr guten Saison“ spricht Schneider schon – einer, in der es auch keine größeren Zwischenfälle gegeben habe.

Bekanntlich dürfen an einem Tag nicht mehr als maximal 3000 Gäste ins Bad. Diese Grenze wurde an zwei Tagen im Juli erreicht, nämlich am 25. und 26. Juli, erklärt Schneider weiter. Und am 5. August war es mit 2947 Menschen im Bad auch nah am Limit. Wer nicht umsonst kommen wollte, der hatte ab Anfang Juli auch die Möglichkeit, die aktuelle Besucherzahl direkt auf der Internetseite der Stadt Völklingen zu sehen – ein neuer Service (auch hier berichtete die SZ). Das komme gut an, versichert der Badebetriebsleiter, „es gab schon viel Rückmeldung“.

Bei Hochbetrieb, so erläutert er, sei natürlich auch mehr Personal vor Ort. Allein vier Aufsichtskräfte gebe es dann, auch zwei oder mehr Security-Leute. Gefragt nach der „Rush-Hour“ an einem gut besuchten Tag nennt er die Zeit gegen 14.30 Uhr: „Da weiß man, wo der Tag hingeht.“

Kein Vergleich zu diesem schönen Septembermorgen. Es ist weder heiß noch proppenvoll, etwa 160 Gäste sind da. Nur vereinzelt liegen Badetücher auf der Wiese. Die meisten haben ihr Gepäck auf den Bänken abgestellt, manche sitzen daneben und tanken Sonne. Drei Schulklassen waren bereits im Wasser, eine weitere ist gerade gekommen. Im Schwimmerbecken ziehen einige Frauen und Männer ihre Bahnen, auch im Bewegungsbecken wird geschwommen, sich unterhalten oder die Seele baumeln gelassen. Alles wirkt sehr ruhig, entspannt. „Das sind des Schwimmmeisters schönste Tage“, sagt Schneider augenzwinkernd.

In der Nähe hat es sich Patrick Stern bei den Massagedüsen bequem gemacht. Einmal die Woche kommt der 62-jährige Franzose mit dem Rad, „weil es hier so schön ist und das Personal so angenehm“. Im Schwimmerbecken nebenan betreiben derweil zwei Frauen Aquajogging, die 69-jährige Ursula Körner aus Gersweiler und ihre Freundin Marita Dupré aus Schöneck, 67. Auch hier: beste Laune. „Momentan täglich“ sind sie da, auch bei Regen. Das Wasser sei mit 28 Grad ja angenehm warm. Klar deswegen, dass es ihnen gar nicht gefällt, dass die diesjährige Freibadsaison in den Endspurt geht (nach dem Freitag, 28. September, ist zu). Auch von Marita Dupré gibt’s nun ein lachendes Augenzwinkern, als sie sagt: „Wir würden am liebsten bis zum Dezember kommen.“

Thomas Schneider, Betriebsleiter der Völklinger Bäder, sagt, dass besonders im Juli die Besuchszahlen im Völklinger Freibad hoch waren.
Thomas Schneider, Betriebsleiter der Völklinger Bäder, sagt, dass besonders im Juli die Besuchszahlen im Völklinger Freibad hoch waren. FOTO: BeckerBredel