Stadtwerke-Umschuldung : Gute Nachricht für den Stadthaushalt

Stadtwerke-Umschuldung : Gute Nachricht für den Stadthaushalt

Völklingens Stadtwerke haben es geschafft, den Sanierungskredit der Saar-LB abzulösen und auf dem freien Markt neue Darlehensgeber zu finden – Stadtwerke-Chef Michael Böddeker nennt das einen „Befreiungsschlag“. Zu Recht,  denn mit der Umschuldung zeichnet sich langsam, aber sicher ein Weg ab in Richtung Normalität. Der kommunale Konzern steht nicht mehr unter der Fuchtel strenger Banken-Aufseher. Und weil er künftig geringere Zinslasten schultern muss, öffnen sich neue Chancen für Investitionen.

Das macht freilich aus den Stadtwerken kein anderes Unternehmen als zuvor. Sie sind nach wie vor gezeichnet vom vermurksten Fischzucht-Abenteuer. Auf ihnen lasten weiter gewaltige Schulden. Auch bei der Stadt, daran sei erinnert, stehen sie in der Kreide mit etlichen Millionen, von deren Rückzahlung bislang noch nicht die Rede war.

Trotzdem sind die verbesserten Zahlen für die Stadt eine gute Nachricht. Denn in der Eröffnungsbilanz, die die Stadt erstellt hat, als in den Kommunen die doppelte Buchführung begann, stehen die Stadtwerke auf der Haben-Seite – als Eigenkapital, einzige Arznei gegen Überschuldung. Durch tiefrote Zahlen bei den Stadtwerken drohten für den Stadthaushalt daher fatale Folgen: Überschuldung, Sparkommissar, Fremdsteuerung der Finanzen, das ganz harte Sanierungsprogramm, das noch nirgends Anwendung fand.

Dank der Stadtwerke-Leute, die beim Eigenkapital Minus in Plus verwandelt haben, ist Völklingen dem entgangen. Und hat’s  bis jetzt noch nicht mal gemerkt: Mit ihren Jahresabschlüssen ist die Stadt bekanntlich um Jahre im Verzug.

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