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Grube Luisenthal soll Ort der Erinnerung werden

Konzern RAG informiert über Sanierung des Areals : Grube soll Ort der Erinnerung werden

Konzern RAG informiert Anwohner in Völklingen-Luisenthal über die nächsten Schritte der Sanierung.

Seit Juni 2005 wird auf der Grube Luisenthal keine Kohle mehr gefördert. 2018 erwachte die Bergbau-Brache aus ihrem Dornröschenschlaf: Die RAG Montan Immobilien GmbH begann im Auftrag der RAG Aktiengesellschaft mit den Abrissarbeiten. Der Bergehochbunker und der Rohkohlenbunker sind mittlerweile verschwunden. Am Donnerstag informierte das Unternehmen die Öffentlichkeit vor Ort über die nächsten Schritte.

„Die vorbereitenden Arbeiten zur Sanierung des Albertschachtes haben bereits begonnen“, erläuterte Projektingenieur Armin Mechenbier. Im Januar werde die Wipperhalle abgerissen. In ihr wurden früher die Förderwagen entleert. Unbelastetes Abbruchmaterial wird an Ort und Stelle neu verbaut, um die Stützmauer an der Böschung zur Bahn zu stabilisieren. Nach Angaben von Rudolf Krumm, Prokurist der RAG Montan Immobilien, hat die RAG Aktiengesellschaft in Luisenthal bisher drei Millionen Euro in die Sanierungsmaßnahmen investiert.

Ziel ist es, die Bergaufsicht so schnell wie möglich zu beenden, erst dann kann das Gelände neu genutzt werden. Ende 2021 soll es soweit sein. Läuft alles nach Plan, stehen dann nur noch denkmalgeschützte Gebäude. Die angrenzende Halde bleibt länger unter Bergaufsicht, die Planung der Sanierung dauert noch zwei bis drei Jahre. „Die Halde hat eine große Bedeutung für die Ökologie, aber auch für die Wohnqualität in Luisenthal“, erklärte Krumm.

Und wie geht‘s nach 2021 weiter?  „Strukturwandel-Projekte gelingen nur, wenn alle mitmachen“, sagte  Martin Krantz, Bereichsleiter Flächenentwicklung der RAG Montan Immobilien. Das Unternehmen und die Stadt Völklingen hoffen auf Unterstützung: Sei es Steuergeld vom Land, Förderprogramme oder von Investoren. Konkrete Förderzusagen gebe es bisher nicht.

Oberbürgermeisterin Christiane Blatt (SPD) zeigte sich optimistisch, dass die von ihr vorgestellten Ideen umgesetzt werden können. Sie  möchte, dass zwischen den beiden Fördertürmen ein öffentlich zugänglicher Ort der Erinnerungskultur geschaffen wird. Beim Grubenunglück von 1962 starben in Luisenthal 299 Bergleute. Die Idee steht auch in einem 2014/2015 entwickelten Plan (siehe Infokasten). Ebenfalls nicht neu ist Blatts Vorschlag, das Ober- und Unterdorf mit einer Fußgängerbrücke zu verbinden. Außerdem möchte die Verwaltungschefin, dass auf dem Gelände Wohnraum entsteht. Und sie wünscht sich, dass die Bahnhaltestelle vom Bahnhof in Richtung des ehemaligen Mitarbeiterparkplatzes verlegt wird. Dort soll dann ein Park+Ride-Parkplatz entstehen.

Blatt sagte, Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) habe ihr zugesagt, dass das Land seinen Beitrag leisten werde. Sie berichtete von positiven Gesprächen mit den Ministerien. Dort werde die Stadt im nächsten Schritt nun konkrete Pläne vorstellen.