| 20:13 Uhr

Bürgerwerkstatt gegründet
Großrosseln soll mehr Farbe bekommen

Der Ortseingang aus Richtung Völklingen könnte verschönert werden mit dem Warndt-Logo und einem Sichtschutz vor den Containern.
Der Ortseingang aus Richtung Völklingen könnte verschönert werden mit dem Warndt-Logo und einem Sichtschutz vor den Containern. FOTO: Thomas Annen
Großrosseln. Fördergeld für Projekte steht bereit. Eine Bürgerwerkstatt strebt nun die Gestaltung von hässlichen Betonflächen und die Verschönerung der Ortseingänge an. Von Thomas Annen

Wie lassen sich die Ortseingänge attraktiver gestalten? Wo sollten Bäume gepflanzt werden? Wer ist bereit, mit anzupacken? Viele Fragen rund ums Thema Ortsverschönerung wurden am Dienstagabend im der Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt in Großrosseln diskutiert. Gerhard Fischer und Anke Klein-Brauer von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Warndt-Saargau präsentierten Ideen, die mit Leader-Fördermitteln der Europäischen Union umgesetzt im Ort werden könnten.


Zuvor hatten sich bereits Bürgerwerkstätten in St. Nikolaus, Emmersweiler, Karlsbrunn und Dorf im Warndt gegründet. Insgesamt 25.000 Euro jährlich stehen für die sechs Rosseler Gemeindebezirke zur Verfügung, und dies für die Dauer von vier Jahren.

„Es sind nur Vorschläge. Sie entscheiden, was Sie haben wollen“, betonte Fischer. In den Ortseingängen sieht der LAG-Projektleiter die Visitenkarte eines Dorfes. Die Container, die Autofahrer aus Richtung Völklingen in Großrosseln begrüßen, könnten zukünftig hinter einer Sichtblende verschwinden, etwa einer Mauer mit den Wappen von Groß- und Kleinrosseln. Und auf der anderen Straßenseite soll das neue Warndt-Logo aufgestellt werden.



„Es ist einfach furchtbar hässlich“, sagte Fischer mit Blick auf die Eisenbahnbrücke mit der Containeranlage in der Emmersweilerstraße. Graffitikünstler oder Schüler könnten die dicken Pfeiler verschönern.

Farbe würde sicher auch der kahlen Stützmauer in der Emmersweilerstraße gut tun. Und den Fahrbahnteiler davor möchte Fischer bepflanzen. Bäume könnten außerdem die Parkstreifen in der Ludweilerstraße auflockern.

Die Vorschläge kamen bei den rund ein Dutzend Besuchern gut an, Lob gab es vor allem für das Warndt-Logo. „Eine super Idee“, sagte ein Teilnehmer. Fischer hat das Erkennungszeichen in Form eines „W“ entworfen, die Ludweiler Glasmalermeisterin Michaela Hayo soll es herstellen. Die LAG-Mitarbeiter hatten einen Modellentwurf im Maßstab 1:2 mitgebracht. Einschließlich Sockel wird das Logo 2,1 Meter hoch und 1,9 Meter breit sein. Bestückt ist es mit farbigen Glaselementen: Blau steht für das Wasser, das den Warndt prägt. Grün symbolisiert den Wald, und das schwarze Element erinnert an die Kohle in der Region. „Es ist spezielles Sicherheitsglas, acht Millimeter dick“, erläuterte Fischer.

Gegen Ende des Treffens legten die Bürger fest, welche Projekte für sie Priorität haben. Die Gestaltung der Ortseingänge ist ihnen am wichtigsten. Auch die Rubrik „andere Maßnahmen“, zu der die Graffiti-Ideen gehören, erhielt viele Stimmen. Die Bewohner sollen aber nicht nur mit entscheiden, sondern auch mit anpacken. Zehn Besucher trugen sich in die entsprechende Bürgerwerkstatt-Liste ein, weitere Mitstreiter sind willkommen. Richtig anpacken können sie allerdings erst, wenn der Zuwendungsbescheid des Umweltministeriums vorliegt. Fischer schätzt, dass es in zwei bis drei Monaten losgehen kann.

Am 27. März informiert die LAG Warndt-Saargau in Naßweiler über das Leader-Projekt „Ortsgestaltung durch Bürgerwerkstätten“. Die Versammlung beginnt um 18 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus.

Projektleiter Gerhard Fischer.
Projektleiter Gerhard Fischer. FOTO: Thomas Annen
Die Brückenpfeiler in der Emmersweilerstraße könnten ansprechend gestaltet werden, etwa durch Graffitikünstler oder Schüler.
Die Brückenpfeiler in der Emmersweilerstraße könnten ansprechend gestaltet werden, etwa durch Graffitikünstler oder Schüler. FOTO: Thomas Annen
Auch die trist wirkende Stützmauer in der Emmersweilerstraße könnte mit Farbe verschönert werden.
Auch die trist wirkende Stützmauer in der Emmersweilerstraße könnte mit Farbe verschönert werden. FOTO: Thomas Annen