| 20:35 Uhr

CDU Völklingen startet ins neue Jahr
Großer Bahnhof beim CDU-Neujahrsempfang

Volles Haus in der Wehrdener Kulturhalle beim Neujahrsempfang der Völklinger CDU-Stadtratsfraktion. Zu den Gästen zählte neben vielen anderen auch Stephan Ahr, der Betriebsratsvorsitzende der Saarstahl AG (vorn, Mitte).
Volles Haus in der Wehrdener Kulturhalle beim Neujahrsempfang der Völklinger CDU-Stadtratsfraktion. Zu den Gästen zählte neben vielen anderen auch Stephan Ahr, der Betriebsratsvorsitzende der Saarstahl AG (vorn, Mitte). FOTO: BeckerBredel
Wehrden. Völklingens Stadtrats-CDU beginnt das Jahr 2018 mit Riesen-Publikum. Und erstmals ohne Rede des Noch-Oberbürgermeisters Klaus Lorig. Von Doris Döpke

So viel Gedränge wie am Freitagabend hat es seit Jahren nicht gegeben beim traditionellen Neujahrsempfang der Völk­linger CDU-Stadtratsfraktion. Die Wehrdener Kulturhalle ist bis auf den letzten Platz besetzt, für einige Gäste ganz hinten im Saal gibt es nur noch Stehplätze. Und der Strom der Besucher beginnt früh – schon um Viertel nach fünf ist im Foyer der Halle reges Treiben.



Punkt 18 Uhr lässt Gastgeber Stefan Rabel, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Stadtrat, den offiziellen Teil des Abends beginnen. Und funktioniert die Begrüßung kurzerhand um zu einer Art Mosaik-Rede: Bei jeder Gelegenheit flicht er politische Statements ein.

Etwa bei seiner Ankündigung, dass die Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement dieses Mal an die Fördervereine der Feuerwehr-Löschbezirke geht. „Wir sind froh, dass wir immer noch genügend freiwillige Feuerwehrleute haben“, sagt er. Denn fehle es in einer Stadt an Ehrenamtlichen, müsse sie Hauptberufler einstellen – mit Kosten-Folgen für den kommunalen Haushalt. So ruft er den Wehrleuten zu: „Wir werden unsere Feuerwehren immer unterstützen, auch wenn die Kasse noch so knapp ist!“

Bei der Begrüßung der Polizei macht er seine – restriktive – Position zum Thema Zuwanderung klar. Man verzeichne steigende Kriminalität, sagt er, ohne Quellen zu nennen, „auch im Zusammenhang mit Zuwanderung“. Es sei ihm ja ferne, Pauschalurteile zu fällen, betont Rabel; dennoch: Nicht jeder, der  gekommen sei, „ist mit guten Absichten gekommen“.

Aber dann wechselt er ganz schnell wieder von der bundespolitischen auf die kommunale Ebene. Denn die Völklinger Christdemokraten haben am Vortag ihren Kandidaten fürs Bürgermeister-Amt gekürt. Rabel stellt ihn vor: Christof Sellen. Sellen, 50, ist Rechtsanwalt von Beruf, mit einer Kanzlei in der Marktstraße. Und er ist einer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden des CDU-Ortsverbandes Völk­lingen-Mitte. Kommunalpolitisch engagiert war er bislang nicht; aber er sei „bekannt aus vielen ehrenamtlichen Funktionen, die er innehat“, sagt Rabel, ohne dazu Einzelheiten zu nennen.

Mit den lokalen Details hat es auch Hans-Werner Sander nicht so. Der Chef der Sparkasse Saarbrücken, als Ehrengast geladen, freut sich erklärtermaßen, dass er als „Wehrdener Kind“ nun auch einmal auf Wehrdener Bühne eine Rede halten kann. Er legt dafür das Manuskript beiseite, auf dass die Rede kürzer werde – was aber nicht recht klappt, denn sein Thema  „Herausforderungen für die Sparkassen“ reißt ihn mit, immer neue Zusammenhänge herzustellen, von der Finanzmarktkrise 2008 über die Niedrig- bis Nullzins-Politik bis hin zur Digitalisierung. Auf die Fusion der Stadtsparkasse Völk­lingen mit der Sparkasse Saarbrücken, deren Folgen – unter anderem Filialschließungen – in der Mittelstadt auf Kritik stoßen, geht er nur knapp ein. Nämlich mit Anmerkungen zur Zukunft der beiden Gebäude in der Rathausstraße. Der Stadtsparkassen-Bau, sagt er, sei derzeit geschlossen, weil er umgebaut werde, gründlich und grundsätzlich. Das werde wohl bis 2019 dauern – dann aber solle das Haus wieder voll genutzt, dafür der alte Standort der Sparkasse Saarbrücken aufgegeben werden. „Wir sind ein Kreditinstitut mit einem Gesicht“, betont er mit Blick auf die lokale Präsenz. Jedoch sei es aus vielfältigen Gründen nicht möglich, alle Dienstleistungen an allen Standorten anzubieten.

Anschließend wird geehrt. Kevin Frank, Pressesprecher der Stadtratsfraktion – und im Herbst 2017 Oberbürgermeister-Kandidat – bittet Vertreter der Feuerwehr-Fördervereine auf die Bühne, die für „einsatzwichtige“ Materialien und Fortbildungen sorgen, wie er betont. Und Oberbürgermeister Klaus Lorig, der als Urkunden-Überreicher seinen einzigen Auftritt hat – es ist das erste Mal, dass der OB nicht auf der Rednerliste des Neujahrsempfangs steht. Doch Rabel hatte den Ende Mai scheidenden Rathauschef schon bei der Begrüßung gewürdigt. Und ihm gedankt: Dass in der Innenstadt nun der geplante Röther-Modepark entstehen könne, sei Lorigs Verdienst, der OB sei in dieser wichtigen Frage unermüdlich gewesen. Applaus.

Ehre für Feuerwehr-Förderer, von links: OB Klaus Lorig, Rainer Eichenwald, Löschbezirk (LBZ) Ludweiler,  Peter Pinken, LBZ Fürstenhausen, Roland Thein, LBZ Wehrden, Benedikt Adams, LBZ Stadtmitte, Torsten Milkovic, LBZ Geislautern, Kevin Frank (CDU), Achim Haag, LBZ Luisenthal, Gisela Rink, Stefan Rabel (beide CDU), Bürgermeister Wolfgang Bintz und Sparkassen-Chef Hans-Werner Sander.
Ehre für Feuerwehr-Förderer, von links: OB Klaus Lorig, Rainer Eichenwald, Löschbezirk (LBZ) Ludweiler, Peter Pinken, LBZ Fürstenhausen, Roland Thein, LBZ Wehrden, Benedikt Adams, LBZ Stadtmitte, Torsten Milkovic, LBZ Geislautern, Kevin Frank (CDU), Achim Haag, LBZ Luisenthal, Gisela Rink, Stefan Rabel (beide CDU), Bürgermeister Wolfgang Bintz und Sparkassen-Chef Hans-Werner Sander. FOTO: BeckerBredel
Christof Sellen (50) ist CDU-Bürgermeisterkandidat.
Christof Sellen (50) ist CDU-Bürgermeisterkandidat. FOTO: BeckerBredel
Fraktionschef Stefan Rabel (rechts) begrüßt Sparkassen-Chef Hans-Werner Sander, den Ehrengast des Abends.
Fraktionschef Stefan Rabel (rechts) begrüßt Sparkassen-Chef Hans-Werner Sander, den Ehrengast des Abends. FOTO: BeckerBredel