1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Völklingen

Graf-Ludwig-Gemeinschaftsschule Ludweiler proben für Schultheatertage Saarbrücken

Schüler als Schauspieler : Der schwierige Weg zu sich selbst

Schüler der Graf-Ludwig-Gemeinschaftsschule proben für die Schultheatertage

Wie gelingt es, erwachsen zu werden und der zu sein, der man sein möchte? Dieser Frage gehen neun Schülerinnen und Schüler der Graf-Ludwig-Gemeinschaftsschule in einem selbst einstudierten Theaterprojekt nach. Im Rahmen der Schultheatertage, die nach einer zweijährigen Corona-Pause in dieser Woche erstmals wieder stattfinden, führen die Zehntklässler das Stück am kommenden Mittwoch, 18. Mai, 18 Uhr, in der Alten Feuerwache in Saarbrücken auf. Die Generalprobe am Montag in Völklingen-Ludweiler gelang problemlos.

Giulia Nussbaum steht vor einer weißen Leinwand, von hinten angeleuchtet ist für das Publikum nur ihr Schattenriss zu erkennen. Aus dem Hintergrund ertönt eine Frauenstimme. Der nachdenkliche Text, gespickt mit Liedzeilen berühmter Bands wie der „Toten Hosen“ bis hin zu Zitaten von Bertolt Brecht, wird pantomimisch von Nussbaum und Mitschülerinnen begleitet. Alles kreist um die Frage, wie man es schafft, seinen eigenen Weg zu gehen. Neben den gesellschaftlichen Geschlechterrollen nehmen die Schüler auch die sozialen Medien kritisch in den Blick – vor allem den Zwang, alles mitteilen zu müssen: „Kann ich nicht etwas einfach nur erleben?“, fragt die Stimme aus dem Hintergrund. Für Finnjah Noh, die den Text mitverfasst hat, ist auf Plattformen wie „Instagram“ die Gefahr groß, sich selbst zu verlieren, obwohl oder gerade weil sich dort alles permanent um die eigene Person drehe. „Wir wollten deutlich machen, dass man auf eine bestimmte Weise kontrollierbar wird und vergisst, den Tag für sich selbst zu leben“, kommentiert Noh das Theaterprojekt. Für die musikalische Begleitung sorgen die Jungs. Die Musikstücke basieren auf Eigenkompositionen von Philip Prem, dem Pianisten der vierköpfigen Band. Obwohl es zwischendurch auch selbstbewusst-rockig zugeht, habe er für das Projekt nach einem „nachdenklichen Ton“ gesucht, erzählt Prem. Unterstützt wurden die Schüler von den Deutschlehrerinnen Anne Hütter und Katrin Stürmer sowie von Musiklehrer Sven Prokaska. „Das Ergebnis hat auch uns als Erwachsene berührt und beeindruckt“, gesteht Prokaska. Für Fragen nach dem Erwachsenwerden ist man offenbar nie erwachsen genug.