Geschenke umtauschen? Kein Bedarf

Völklinger Weihnachts-Schenker kennen offenbar die Wünsche ihrer Lieben: Am Samstag trafen wir niemanden, der ein Präsent umtauschen wollte. Beim Wetter sah die Sache etwas anders aus.

Nur zögerlich kommt am Samstagmorgen das so genannte Umtauschgeschäft am ersten Geschäftstag nach Weihnachten in Gang. Grund dafür ist die weiße Pracht, die Völklingen in der Nacht überrascht hat, sich aber schon bald in Matsch verwandelt.

So ist denn auch das Wetter unter denen, die unterwegs sind, mehr Thema als Gaben und Geschenke. "Schnee wäre am Heiligabend schön gewesen. Heute, am einzigen Einkaufstag zwischen Weihnachten und dem Wochenende, stört er doch eher", meint die Völklingerin Ursula Platschek. Sie ist sie mit ihrem Mann Christian beim Wochenendeinkauf: "Mein Geschenk war eine Armbanduhr, die wird sicher nicht umgetauscht." Elina und Joline begleiten ihre Mutter Nicole Ludt zum Einkaufen. Die Geschenke haben den Schwestern prima gefallen - und sie erwarten noch mehr: "Das von der Patin kommt erst später." Der Schnee gefällt ihnen. Elisabeth Alt dagegen bereitet er Sorgen. "Sohn Stefan kommt über die Eifelautobahn aus Koblenz", sagt sie zur Begründung. In Sachen Umtausch auch bei ihr Fehlanzeige: "Mein Freund hat mich reichlich beschenkt." Keine Geschenke hat es beim Rentnerpaar Kurt und Maria Koitzsch gegeben. "Bei uns gibt es zu Weihnachten keine Bescherung, wir schaffen Sachen dann an, wenn wir sie brauchen", erläutert Kurt Koitzsch.

Der Rücklauf von Gutscheinen ist offenbar branchenabhängig. "Technik-Gutscheine löse ich gleich ein, in weiser Voraussicht habe ich ein paar Anschaffungen aufgeschoben", sagt Sven Klein. Die Modegutscheine seiner Freundin Simone Jung werden aber noch liegen bleiben: "Im Moment bin ich gut ausgestattet, wenn es länger knackig kalt bleibt, muss ich den Kleiderschrank auffüllen." Und den Reisegutschein, den Freunde geschenkt haben, werden die beiden wohl erst im Sommer einlösen. Auch Harald Schuster hat keinen Umtauschbedarf, er ist auch nicht zum Einkaufen in der Stadt unterwegs oder um Gutscheine einzulösen. Er versorgt die Menschen in der Innenstadt mit dem Wochenblatt: "Das Wetter ist mir dabei egal, mir geht es um die Bewegung an der frischen Luft - der Gesundheit wegen." Sind da etwa Lisa Haffner und Dominik Detemple auf dem Weg zum Umtausch? Schließlich bringen sie eine Herren-Armbanduhr zurück in den Laden. "Nein", sagen die Verliebten lachend. Die Uhr, die er auf dem Gabentisch gefunden hat, hat gefallen. "Das Armband muss noch kleiner gemacht werden", erklärt sie.

Die Schwestern Elina und Joline Ludt. Foto: Jenal Foto: Jenal
Das Rentner-Ehepaar Maria und Kurt Koitzsch. Foto: Jenal Foto: Jenal

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StichwortEin Rückgaberecht wegen Nichtgefallens, das bei den meisten Umtauschfällen greifen würde, gibt es von Gesetzes wegen im Einzelhandel nicht. Die 14-Tage-Klausel gilt nur bei Haustürgeschäften und bei "Fernabsatz", also bei Versandhandels- oder Internet-Käufen. Ein Umtausch ist nach dem bürgerlichen Gesetzbuch nur bei einem Defekt geregelt, ansonsten sind die Kunden auf die Kulanz der Einzelhändler angewiesen. al