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Geringes Interesse sorgt für Diskussionen

Geringes Interesse sorgt für Diskussionen

Ludweiler. Da in Völklingen keine Sporthalle frei war, musste der KSV Fürstenhausen die Landesmeisterschaften im Freistil in die Ludweiler Warndthalle verlegen. Das Ausweichen ins Ringer-Niemandsland im Warndt brachte dem Ausrichter allerdings kein Glück, wie das schwache Zuschauerinteresse bewies. Kaum jemand verirrte sich zu den Titelkämpfen. Aber auch die Athleten machten sich rar

Ludweiler. Da in Völklingen keine Sporthalle frei war, musste der KSV Fürstenhausen die Landesmeisterschaften im Freistil in die Ludweiler Warndthalle verlegen. Das Ausweichen ins Ringer-Niemandsland im Warndt brachte dem Ausrichter allerdings kein Glück, wie das schwache Zuschauerinteresse bewies. Kaum jemand verirrte sich zu den Titelkämpfen. Aber auch die Athleten machten sich rar.Die geringe Teilnehmerzahl von 45 lässt sich aber auf ganz andere Gründe zurückführen. Zum einen gibt es im Saarland wesentlich mehr Spezialisten im griechisch-römischen als im freien Stil, und zum anderen fehlten diesmal die Ringer aus Frankreich, die zum gleichen Zeitpunkt von ihrem Verband zur Teilnahme an den französischen Meisterschaften aufgerufen waren. Und als dritter Grund ist zu nennen, dass der KSV Köllerbach, der eigentlich ein größeres Kontingent von Freistilringern in seinen Reihen zählt, mit Gennadij Cudinovic nur einen einzigen Teilnehmer nach Ludweiler geschickt hat.

Hat der Verein wenig Interesse an den Meisterschaften? Oder gibt es andere Ursachen für die Abwesenheit der Köllerbacher? Die Antwort von Chef-Trainer Thomas Geid lautete: "Ich weiß es nicht, warum wir nur mit einem Mann vertreten waren. Ich weiß aber, dass Martin Seimetz erkrankt ist und Carsten Hahn sowie Marvin Altmeyer Verletzungen auskurieren." Fürstenhausens Vereins-Chef Richard Bay meinte zur Resonanz: "Einerseits bin ich froh, dass wir überhaupt eine Halle bekamen, andererseits bin ich aber über das geringe Interesse an diesem Turnier ziemlich enttäuscht. Ich bin sicher, dass die Halle bei den Meisterschaften der E- und der C-Jugend voller sein wird." War sie auch, dennoch war der Frust natürlich groß.

Freistil-Landestrainer Ramis Karmadja sah ebenfalls wenig Erbauliches, als er kritisch fragte: "Wo sind die Köllerbacher, die Spiesen-Elversberger und die Erbacher Freistilspezialisten? Vor allem die Köllerbacher Asse hätten dem Niveau der Titelkämpfe gut getan. Als Positiv bewerte ich das Abschneiden der Kandidaten für die deutschen Meisterschaften." So boten Danny Hippchen vom ASV Hüttigweiler, Nicolay Nowitzki, Robin Paulus, Sezer Karmadja, Nico Zarcone, alle vom KV Riegelsberg, sowie Mathias Schwarz vom AC Heusweiler gute Leistungen. "Besonders beeindruckt bin ich von Liridon Avdyli", sagte Karmadja über den Sportler, der von Spiesen-Elversberg nach Köllerbach wechselt. Avdyli hat sich in der Gewichtsklasse bis 60 Kilo gegen den deutschen Kadettenmeister Zarcone, gegen Paulus und den DM-Dritten Florian Losmann von der RSC Laudenbach durchgesetzt. Laut Trainer Geid ist der Wechsel Avdylis bereits beschlossene Sache, die Unterschrift folge in den nächsten Tagen. Der KV Riegelsberg war im Übrigen bester Verein der Meisterschaften vor Heusweiler und St. Ingbert.

"Wo sind die Köllerbacher, die Spiesen-

Elversberger und die Erbacher Freistil-

Spezialisten?"

Ramis Karmadja, Freistil-Landestrainer, über die geringe Teilnehmerzahl

Auf einen Blick

Die Saarlandmeister im freien Stil im Überblick:

55 Kilo: 1. Nikolay Nowitzki, 2. Abdulsamed Yeter, 3. Philipp Mang (alle Riegelsberg).

60 Kilo: 1: Liridon Avdyli (noch Spiesen-Elversberg), 2. Robin Paulus, 3. Nico Zarcone (beide Riegelsberg).

66 Kilo: 1. Danny Hippchen (Hüttigweiler), 2. Lukas Zimmer, Sezer Karmadja (beide Riegelsberg).

74 Kilo: 1. Halef Cakmak (Heusweiler), 2. Sascha Knittel (RSL 2000 Mannheim), 3. Mesud Özyilmaz (Riegelsberg).

84 Kilo: 1. Mathias Schwarz (Heusweiler), 2. Tim Schreiner (Hüttigweiler), 3. Gennadij Cudinovic (Köllerbach).

96 Kilo: Marco Bechtel (RSC Laudenbach), 2. Klaus Mertes (RG Saarbrücken), 3. Nicolay Kimmel (St. Ingbert).

120 Kilo: Peter Himbert (Heusweiler), 2. Christopher Bolldorf (Riegelsberg), 3. Igor Meier (St. Ingbert). aki